Russland

Mysteriöser US-Militärflug nach Moskau: Was steckt hinter der Geheimmission?

Überraschungslandung in Moskau: Eine amerikanische Militärmaschine sorgt für Rätsel. Geheime Verhandlungen, Trump-Putin-Treffen oder brisante Fracht?

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Eine Boeing C-17A Globemaster III ist nicht unauffällig. Warum landete das US-Militärflugzeug in Moskau?

Eine Boeing C-17A Globemaster III ist nicht unauffällig. Warum landete das US-Militärflugzeug in Moskau?

© Imago

Ein amerikanisches Militärflugzeug landet mitten im Krieg zwischen Russland und der Ukraine in Moskau und niemand will öffentlich sagen, warum. Genau das macht den Flug einer Boeing C-17A Globemaster III am Dienstag so ungewöhnlich. Das Flugzeug startete am Morgen im lettischen Riga und erreichte gegen 10 Uhr Moskauer Zeit den Flughafen Wnukowo. Zuvor war die Maschine aus Richtung Washington kommend in Riga eingetroffen.

Weder Washington noch Moskau haben bislang den Zweck des Fluges erklärt. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Dienstag, er verfüge über keine entsprechenden Informationen. Auch ist nicht bekannt, wer oder was sich an Bord befand. Gerade diese Kombination, ein schwerer US-Militärtransporter, eine ungewöhnliche Route und völliges offizielles Schweigen, lässt die Gerüchteküche – allen voran in der russischen Presse – brodeln.

Vorbereitung eines hochrangigen Besuchs

Die spektakulärste Erklärung lautet, dass der Flug mit einer möglichen Begegnung ranghoher amerikanischer und russischer Vertreter zusammenhängen könnte.

Der Generalmajor Wladimir Popow sagte gegenüber der russischen Nachrichtenseite Gazeta.ru, die Maschine könne Teil der Vorbereitungen für ein künftiges Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin sein. Denkbar sei auch eine direkte Abstimmung zwischen den Sicherheits- oder Militärstrukturen beider Staaten. Nach Einschätzung Popows laufen derzeit Gespräche und Abstimmungen im Zusammenhang mit der Ukraine, bei denen persönliche Treffen wichtiger sein könnten als Telefongespräche.

Diese Theorie passt zum politischen Umfeld. Die diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Krieges sind zuletzt ins Stocken geraten. Gleichzeitig gibt es weiterhin Überlegungen zu neuen Kontakten zwischen Washington und Moskau. Russland erklärte erst vor wenigen Tagen, grundsätzlich bereit zu sein, neue US-Vorschläge zu prüfen, sofern diese die von Moskau betonten „Realitäten vor Ort“ berücksichtigen.

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Allerdings spricht gegen einen unmittelbaren Besuch von Trumps Sondergesandten Steve Witkoff oder Jared Kushner, dass beide üblicherweise mit Privatflugzeugen in die russische Hauptstadt reisen. Auch der Militärfachmann Juri Knutow hält es für unwahrscheinlich, dass ein hochrangiger Politiker selbst mit einer C-17 nach Moskau gekommen ist.

Sicherheitsausrüstung für einen möglichen Besuch

Eine zweite Theorie lautet deshalb, dass die C-17 nicht Personen, sondern Material transportiert habe. Die Globemaster III ist ein strategisches Transportflugzeug. Ihre eigentliche Stärke liegt darin, große Mengen an Ausrüstung, Fahrzeugen und Personal über weite Entfernungen zu transportieren. Nach Einschätzung des Militärexperten Juri Knutow könnte die Maschine deshalb beispielsweise technische Ausrüstung für einen bevorstehenden Besuch amerikanischer Regierungsvertreter gebracht haben.

Genannt werden in diesem Zusammenhang Sicherheitsausrüstung oder sogar gepanzerte Fahrzeuge. Ein solcher Transport würde erklären, warum Washington einen großen Militärtransporter einsetzt, obwohl die eigentlichen Gesprächsteilnehmer später mit einem anderen Flugzeug kommen könnten. Knutow hält einen möglichen Besuch von Außenminister Marco Rubio oder Vizepräsident JD Vance für denkbarer als einen unmittelbar bevorstehenden Besuch Trumps im Kreml.

Eine geheime diplomatische Mission

Eine weitere Theorie ist eine diskrete diplomatische Mission. Gerade weil offizielle Stellen nichts bestätigen, könnte der Flug bewusst möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen sollen.

Das klingt zunächst widersprüchlich. Ein riesiger US-Militärtransporter ist kaum ein unauffälliges Verkehrsmittel. Andererseits kann ein solcher Flug organisatorisch einfacher sein als eine öffentliche Anreise einer offiziellen Delegation. Die Maschine könnte Personal, Kommunikationsmittel oder andere Ausrüstung transportiert haben, die für Gespräche auf höherer Ebene benötigt werden.

Dass Washington und Moskau über informelle Kanäle weiter miteinander kommunizieren, ist grundsätzlich bekannt. Die USA versuchen seit Monaten, den Gesprächsfaden über den Ukraine-Krieg aufrechtzuerhalten; Moskau hat seinerseits wiederholt signalisiert, für Kontakte mit amerikanischen Vertretern offen zu sein.

Entscheidende Phase für Ukraine-Verhandlungen?

Damit bleibt der Flug vorerst ein ungewöhnliches Signal in einer ohnehin hochsensiblen Phase. Sollte in den kommenden Tagen ein hochrangiger US-Besuch in Moskau angekündigt werden, dürfte der C-17-Flug rückblickend als mögliches Vorbereitungselement für Fahrzeuge oder Delegationen interpretiert werden.

Als Trump Selenskyj während des Nato-Gipfels im Juli in Ankara fragte, ob er für ein Treffen mit Putin nach Moskau reisen würde, reagierte der ukrainische Präsident so: „Das ist schwierig. Dort gibt es viele ukrainische Drohnen. Das wäre gefährlich.“ Möglicherweise lag in diesem Scherz doch ein allzu reales Szenario eines baldigen Treffens in Russland.

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