Der Kreml hat eine Beteiligung europäischer Vertreter an den geplanten trilateralen Verhandlungen über den Ukraine-Krieg ausgeschlossen. Russland und die USA hätten sich darauf verständigt, die Gespräche zwischen Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA ohne Europäer durchzuführen, sagte Juri Uschakow, außenpolitischer Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem russischen Medium Vesti. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax.
„Sie können dorthin kommen, wenn sie Tickets kaufen. Aber niemand hat vor, sie an den Verhandlungstisch einzuladen“, sagte Uschakow dem Bericht zufolge. Noch in der vergangenen Woche hatte Uschakow laut Euronews gesagt, es reiche nicht, nur mit der Ukraine zu sprechen. „Wir müssen mit ganz Europa sprechen, das Kiew unterstützt“, sagte er demnach.
Kreml stellt Gespräche in Abu Dhabi in Aussicht
Der Kreml hatte zuletzt direkte Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern unter Vermittlung der USA für die erste Novemberhälfte in Abu Dhabi angekündigt. Zuletzt hatten Vertreter der drei Länder im Februar miteinander verhandelt. Ein Durchbruch wurde damals nicht erreicht. Selenskyj hatte auf X erklärt: „Jetzt müssen wir uns alle darauf konzentrieren, dass diese Treffen stattfinden – gemeinsam mit Amerika, Europa und all unseren Partnern.“
US-Präsident Donald Trump stellte am Mittwoch außerdem ein baldiges Treffen mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Aussicht. „Es wird sehr bald ein Treffen geben“, sagte Trump vor Journalisten. Er hoffe, dass dabei große Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges erzielt werden könnten, sagte er laut AFP. Weitere Details nannte er zunächst nicht.
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Selenskyj nennt Zeitraum für geplantes Treffen
Selenskyj rechnet mit einem Treffen der Verhandlungsteams in Abu Dhabi zwischen dem 6. und 10. November, sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten, wie Interfax Ukraine berichtete.
Der ukrainische Präsident schloss zugleich eine Änderung des Treffpunkts nicht aus. Kiew warte auf die US-Seite und hoffe, dass diese nach den Zwischenwahlen in den USA am 3. November bereit sei. Anschließend solle ein konkreter Termin festgelegt werden, sagte Selenskyj.
EU will mit Russland verhandeln
Europäische Staaten bemühen sich derweil um eine stärkere Rolle bei den Gesprächen mit Russland. Wie Euronews berichtet, telefonierten Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre mit Putin. Beide handelten laut dem Bericht als Vertreter ihrer jeweiligen Länder und sprachen nicht für ganz Europa.
Zudem bereiteten die Europäische Kommission und der Europäische Rat laut Euronews ein gemeinsames Team hochrangiger Beamter für die nächste Verhandlungsrunde vor. Als möglicher Leiter der Delegation gilt demnach Björn Seibert, der Kabinettschef von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Brüssel setze sich für ein Verhandlungsformat ein, an dem Russland, die Ukraine, die USA und europäische Vertreter gleichzeitig teilnehmen.
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Bei der Frage nach Europas Rolle bei den Verhandlungen herrscht in der EU schon seit Längerem keine Einigkeit, wie Euronews berichtet. Einige Staaten befürworten demnach direkte Gespräche mit Moskau, andere warnen vor Zugeständnissen an Russland. Dem Bericht zufolge will Europa nun offenbar seine Rolle in den Verhandlungen stärken, um die Position der Ukraine zu verteidigen und europäische Interessen zu wahren.
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