Sparmaßnahmen

VW kündigt zehn Tarifverträge – Gewerkschaft will sich wehren

Volkswagen will angesichts des Kostendrucks tarifliche Regeln ändern. Auch das Werk in Zwickau dürfte betroffen sein. IG Metall und Betriebsrat wehren sich.

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Blick auf das VW-Werk in Zwickau.

Blick auf das VW-Werk in Zwickau.

© Jan Woitas/dpa

Volkswagen hat im Ringen um weitere Einsparungen eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt. Verschiedene Regelungen müssten angesichts des aktuellen Kostendrucks angepasst werden, teilte der Autobauer am Mittwoch in Hannover nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mit. Laut IG Metall sind zehn Vereinbarungen betroffen, darunter der Manteltarifvertrag.

Die Entscheidung verschärft den Konflikt zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern. Beide Seiten waren zu einem Überprüfungsgespräch zusammengekommen. Dabei sollte geklärt werden, ob Volkswagen die Zusagen aus dem Tarifkompromiss vom Dezember im Jahr 2024 einhält.

Arbeitnehmer warnen vor neuen Einschnitten

IG Metall und Gesamtbetriebsrat kündigten in einer gemeinsamen Stellungnahme Widerstand an. „Das ist ein übles Foul an der Belegschaft“, erklärte IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger. Betriebsratschefin Daniela Cavallo betonte, die Beschäftigten seien mit ihren Zugeständnissen im Jahr 2024 bereits an die Grenze des Vermittelbaren gegangen.

Nach Angaben der Arbeitnehmerseite könnten sich die Kündigungen frühestens ab Januar im Jahr 2027 auswirken. In ihrer ersten Einordnung nannte sie unter anderem Zulagen, Ausbildungsregelungen und die tarifliche Zusatzvergütung. Diese ermöglicht wahlweise sechs zusätzliche freie Tage oder eine Zahlung von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens. Reuters zufolge sind Streiks ab Januar möglich.

Jobgarantie schützt bis Ende 2030

Die Beschäftigungssicherung bleibt nach Angaben von IG Metall und Betriebsrat unberührt. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Volkswagen AG bis einschließlich Ende des Jahres 2030 ausgeschlossen.

Damit ist die langfristige Zukunft aller Standorte jedoch noch nicht gesichert. Wie aus der vorliegenden Analyse zum „Zukunftsplan 2030“ hervorgeht, fehlen Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm ab den Jahren 2031 bis 2034 gesicherte Folgeprodukte. Damit fehlt dem sächsischen Standort eine verbindliche Perspektive für die weitere Fahrzeugproduktion.

Alternative Nutzungen sollen geprüft werden. Eine Werksschließung ist damit noch nicht beschlossen. Der Konzern sieht zugleich über bestehende Programme hinaus einen weltweiten Anpassungsbedarf von rund 50.000 Stellen.

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