Die Präsidenten der vier Visegrád-Staaten haben am Donnerstag im slowakischen Trenčín Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgenommen. Zum ersten Mal nimmt sie an einem Gipfeltreffen der Staatsoberhäupter dieser vier Länder teil.
Im Mittelpunkt stehen die EU-Erweiterung, die Unterstützung der Ukraine und die Energieversorgung. Die Visegrád-Gruppe wurde 1991 gegründet und umfasst Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei.
Vier Präsidenten und die EU-Kommissionschefin
Gastgeber des zweitägigen Treffens ist der slowakische Präsident Peter Pellegrini. Auf seine Einladung kamen der tschechische Präsident Petr Pavel, Polens Präsident Karol Nawrocki und der ungarische Präsident András Baka.
Die Hauptberatungen begannen am Donnerstagvormittag auf der Burg Trenčín, wie die slowakische Nachrichtenagentur TASR berichtete.
Ukraine und Energiepreise auf der Tagesordnung
Nach Angaben des slowakischen Präsidialamts wollen die Präsidenten insbesondere über Hilfen für die ukrainische Bevölkerung vor dem Winter, den Schutz der zivilen Infrastruktur und den Wiederaufbau des Landes sprechen. Auch die EU-Integration der Ukraine steht auf der Tagesordnung.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die Energiepreise und die Versorgungssicherheit. Dabei geht es auch um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Die Slowakei hat derzeit den Vorsitz der Visegrád-Gruppe inne und will die Zusammenarbeit der vier Staaten stärken. Zudem sollen die vier Länder ihre gemeinsamen Interessen auf EU-Ebene vertreten.
Polen bereitet G20-Gipfel vor
Polens Präsident Nawrocki nutzt die Gespräche zugleich zur Vorbereitung auf den G20-Gipfel im Dezember in Miami. Nach Angaben seines Mitarbeiters Marcin Przydacz will Polen erfahren, welche Positionen die Nachbarländer zu Energie, Handel und industrieller Zusammenarbeit vertreten.
Polen nimmt auf Einladung der USA an dem G20-Treffen teil und strebt eine dauerhafte Mitgliedschaft in der Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer an.
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