Nahverkehr

Weniger Züge im VVO: Ab Dezember Kürzungen auf RB45 und S3

Grund sind laut Verbund stark gestiegene Trassenpreise. Weitere Kürzungen bei RB71, S1 und S2 rund um Dresden sind im Gespräch.

Alexander Angierski
3 Min
Der VVO kündigt ab Dezember erste Kürzungen bei RB45 und S3 an (Symbolbild).

Der VVO kündigt ab Dezember erste Kürzungen bei RB45 und S3 an (Symbolbild).

© Ardan Fuessmann/imago

Fahrgäste im Verbundgebiet rund um Dresden müssen sich ab dem Fahrplanwechsel im Dezember auf erste Streichungen im Zugverkehr einstellen. Die Regionalbahn RB45 (Chemnitz–Riesa–Elsterwerda) fährt dann am Wochenende zwischen Döbeln und Elsterwerda nur noch alle zwei Stunden, abgestimmt mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Auf der S-Bahn S3 entfällt der Abschnitt Tharandt–Freiberg, der derzeit in den Hauptverkehrszeiten bedient wird. Das teilte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) am Freitag mit.

Auslöser sind nach Angaben des Verbundes deutlich gestiegene Preise für die Nutzung der Schiene, die sogenannten Trassenpreise. Sie seien für 2026 um rund neun Prozent gestiegen. Dem Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO), der die Zugleistungen bestellt, drohe für 2025 rückwirkend eine Nachzahlung von 9,5 Millionen Euro; für 2026 fielen 8,8 Millionen Euro Zusatzkosten an. Für 2027 sei eine weitere Erhöhung um 7,8 Prozent beantragt, sodass der Verband in den Folgejahren von jeweils mehr als 14 Millionen Euro Mehrbelastung ausgehe. Hinzu kämen beantragte höhere Stationsentgelte für die Bahnhöfe. Dauerhaft ausgleichen könne der Verband diese Kosten nicht.

Hintergrund ist laut VVO ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. März 2026. Es habe die bisherige Deckelung der Trassenpreise im Nahverkehr für nichtig erklärt, nachdem die DB InfraGO AG geklagt hatte. Die Bundesnetzagentur habe daraufhin die Genehmigungen für die Trassenpreissysteme der DB InfraGO aufgehoben und neue Verfahren eingeleitet. Eine von der Bundesregierung angekündigte und im Koalitionsvertrag vereinbarte Neuregelung sei bislang nicht umgesetzt.

Weitere Kürzungen bei RB71, S1 und S2 möglich

Über das weitere Vorgehen ist noch nicht entschieden. Der Verband erarbeitet derzeit ein Reduktionskonzept, über dessen Umsetzung die Verbandsversammlung entscheidet. Als Optionen nennt der VVO den kompletten Wegfall der Regionalbahn RB71 (Pirna–Neustadt–Sebnitz). Auf der S1 (Meißen–Schöna) könnten die ursprünglich geplanten ganztägigen Verdichterzüge gestrichen und die zusätzlichen Züge der Hauptverkehrszeit in den Ferien ausgesetzt werden. Die S2 (Flughafen–Pirna) könnte sonntags entfallen, weil sie an diesen Tagen weniger nachgefragt sei.

Darüber hinaus will der Verband die Mittel zur Infrastrukturförderung voraussichtlich um drei Millionen Euro kürzen. Er prüft, seinen eigenen, neben den Landesmitteln gezahlten Zuschuss für die Zittauer Schmalspurbahn auslaufen zu lassen, und plant, das Budget der Verbundverwaltung um zehn Prozent zu senken. Mit allen beauftragten Bahngesellschaften laufen Gespräche über Sparmöglichkeiten.

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ZVVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen machte fehlende Entscheidungen im Bundesverkehrsministerium für die Lage verantwortlich. Ohne finanzielle Hilfe des Landes oder rasche Entscheidungen zu neuen Trassenpreisen auf Bundesebene bleibe keine andere Wahl, sagte er. „Die geplanten Einschnitte treffen dabei sowohl ländliche Regionen als auch den Ballungsraum Dresden.“

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