Energiekosten

Neue Netzentgelte in Sachsen-Anhalt: Das ändert sich für Strom und Gas

Zum Jahreswechsel ändern sich die Netzentgelte in Sachsen-Anhalt. Während Strom unter dem Bundesschnitt bleibt, drohen beim Gas und den Gesamtpreisen Mehrkosten.

3 Min
Zum Jahreswechsel verändern sich die Netzentgelte. Während Stromkunden in Sachsen-Anhalt vergleichsweise günstig abschneiden, drohen beim Gas höhere Kosten.

Zum Jahreswechsel verändern sich die Netzentgelte. Während Stromkunden in Sachsen-Anhalt vergleichsweise günstig abschneiden, drohen beim Gas höhere Kosten.

© Jan Woitas/dpa

Für Haushalte in Sachsen-Anhalt verändern sich die Netzentgelte für Strom und Gas zum Jahreswechsel nur wenig. Beim Strom liegen die Gebühren für die Nutzung der Netze unter dem bundesweiten Durchschnitt, beim Gas deutlich darüber. Ein Blick ins Nachbarland Sachsen zeigt, wie unterschiedlich sich die Kosten regional entwickeln können. Entwarnung bei den Energiekosten bedeutet das allerdings nicht: Vor allem beim Gas können Verbraucher 2027 deutlich mehr bezahlen.

Für einen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden steigen die Netzentgelte in Sachsen-Anhalt nach vorläufigen Berechnungen des Vergleichsportals Verivox um rund 67 Cent auf knapp 397 Euro brutto. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei rund 436 Euro. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden erhöhen sich die jährlichen Netzentgelte um etwa 5,40 Euro auf rund 724 Euro. Damit liegen sie deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von rund 642 Euro.

Regionale Unterschiede

Wie hoch die Netzentgelte ausfallen, hängt unter anderem von den Kosten für Betrieb, Wartung und Ausbau der regionalen Versorgungsnetze sowie von der Zahl der angeschlossenen Kunden ab. Deshalb unterscheiden sich die Gebühren je nach Region und Energieträger.

Ein Vergleich mit dem Nachbarland Sachsen verdeutlicht die Unterschiede: Dort sollen die Gasnetzentgelte 2027 um rund fünf Euro auf 741 Euro brutto sinken. Die Stromnetzentgelte bleiben mit jährlich 408 Euro stabil. Bundesweit steigen die Gebühren dagegen sowohl beim Strom als auch beim Gas.

Netzentgelte sind ein Bestandteil des Strom- und Gaspreises. Sie werden für die Nutzung der Versorgungsnetze erhoben und über die Rechnungen der Energieversorger an die Verbraucher weitergegeben. Ihre Entwicklung allein sagt deshalb noch nicht aus, wie teuer Strom und Gas für Haushalte insgesamt werden.

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Trotz stabiler Netzentgelte drohen höhere Gaspreise

Verivox rechnet angesichts gestiegener Gas-Großhandelspreise mit deutlichen Preiserhöhungen zum Jahreswechsel. Die Versorger dürften die höheren Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben. Je nach bestehendem Tarif könnten die Gaspreise nach Einschätzung des Vergleichsportals um zehn bis 20 Prozent steigen. Für Haushalte, die ein Einfamilienhaus mit Gas beheizen, seien dadurch Mehrkosten von bis zu 500 Euro im Jahr möglich.

Verivox hat für seine Analyse vorläufige Daten von Netzbetreibern ausgewertet, deren Stromnetze 84 Prozent und deren Gasnetze 81 Prozent der deutschen Haushalte erreichen. Die Ergebnisse geben damit einen breiten Überblick über die voraussichtliche Entwicklung, bilden aber nicht sämtliche Netzgebiete ab. (mit dpa)

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