Nach Angaben des Justizministeriums in Schwerin haben im Sommer 2025 insgesamt 30 Gefangene in den beiden Justizvollzugsanstalten des Landes Abschlüsse der Berufsreife, der Mittleren Reife oder einer Berufsausbildung erhalten. Zuletzt beendeten in der JVA Bützow drei Insassen ihre Ausbildung zum Tischler.
Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) bezeichnete einen Bildungsabschluss als „Grundlage für ein Leben ohne neue Straftaten“. Sie dankte den Lehrkräften der Volkshochschule sowie den begleitenden Bediensteten in den Anstalten. Deren Arbeit sei „ein stabiler Baustein der Resozialisierung und des Opferschutzes“.
Prüfungen zeitgleich mit öffentlichen Schulen
In der JVA Bützow legten acht erwachsene Gefangene die Prüfung zur Berufsreife ab, einer davon erreichte das Gesamtprädikat „sehr gut – mit Auszeichnung“. Sechs weitere Insassen erwarben die Mittlere Reife, ebenfalls mit einer Auszeichnung in dieser Bestnote. Laut Ministerium entspricht die schriftliche Prüfung in der Haftanstalt derjenigen an öffentlichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern und wird zum gleichen Zeitpunkt geschrieben. Das Zeugnis wird ohne Hinweis auf die Inhaftierung ausgestellt, damit die Absolventen es später ohne Stigmatisierung vorlegen können.
In der JVA Neustrelitz schlossen den Angaben zufolge drei Gefangene eine Berufsausbildung im Küchenbereich ab. Hinzu kamen 52 Zeugnisse für sogenannte Qualifizierungsbausteine der Industrie- und Handelskammer (IHK) – modulare Teilqualifikationen, die auf einen späteren Berufsabschluss angerechnet werden können.
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