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Kriminalität

Terroranschlag auf Berliner CSD: Was über den Angriff im Tiergarten bekannt ist

Ein Fest für Toleranz und Vielfalt endet mit einem Toten und vielen Verletzten. Was wir über die Tat, den Verdächtigen und die Hintergründe bisher wissen.

Redaktion
4 Min
Am Samstagabend rast ein Fahrzeug beim Berliner CSD in eine Menschenmenge. Die Polizei fahndet nun nach dem Tatverdächtigen.

Am Samstagabend rast ein Fahrzeug beim Berliner CSD in eine Menschenmenge. Die Polizei fahndet nun nach dem Tatverdächtigen.

© SergejxGlanze

Am Samstagabend ist ein Fahrzeug im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge gerast – am Rande des Christopher Street Day, der jährlichen Großdemonstration für die Rechte queerer Menschen.

Mindestens eine Frau starb, 16 Menschen wurden verletzt. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen aus dem islamistischen Milieu identifiziert, der noch flüchtig ist. Was bisher bekannt ist – und was nicht.

Alle Fragen im Überblick:

- Was ist beim Berliner CSD passiert?
- Wie viele Menschen wurden bei der Amokfahrt verletzt?
- Wer ist der Tatverdächtige?
- Gab es neben der Fahrt auch einen Messerangriff?
- Wie reagieren Politik und Behörden auf den Angriff beim CSD?
- Was ist nach dem Angriff noch unklar?

Was ist beim Berliner CSD passiert?

Am Samstagabend gegen 22 Uhr fuhr ein weißer Kastenwagen am Ahornsteig nahe der Lennéstraße im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge. Das Fahrzeug erfasste mehrere Menschen und prallte dann gegen einen Baum. Der Fahrer stieg aus und flüchtete in unbekannte Richtung.

Hunderttausende hatten zuvor unter dem Motto „Haltung ist hot“ den CSD gefeiert. Am Abend trat unter anderem Popmusikerin Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf.

Kurz nach dem Vorfall brachen die Veranstalter das Fest ab. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien das Wort „Evakuierung“. Über Instagram forderten die Veranstalter: „Bitte geht nach Hause.“

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Wie viele Menschen wurden Opfer der Amokfahrt?

Mindestens eine Frau wurde getötet. Feuerwehrsprecher Dominik Pretz bezifferte die Zahl der Verletzten auf 16: drei lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht. Alle lebensbedrohlich und schwer Verletzten kamen in Krankenhäuser.

Zusätzlich betreute die Feuerwehr 30 Menschen, die unter dem Eindruck des Geschehens standen. Eine psychologische Notfallversorgung war vor Ort eingerichtet. Für besorgte Angehörige schaltete die Polizei eine Auskunftsstelle.

Wer ist der Tatverdächtige?

Die Polizei hat einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert, jedoch nicht festgenommen. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.

Es handelt sich um einen 21-Jährigen mit Familie in Berlin, der erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft fahnden mit Foto nach dem Mann. Ob der Identifizierte tatsächlich am Steuer saß, war bis Sonntagmorgen nicht abschließend geklärt.

Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach dem 21-jährigen Verdächtigen Abdul B.

Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach dem 21-jährigen Verdächtigen Abdul B.

© Polizei Berlin

Gab es neben der Fahrt auch einen Messerangriff?

Das ist eine der offenen Fragen. Zeugen berichteten, dass Opfer auch Stichverletzungen erlitten hätten. Manche wollen einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben. „Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab“, sagte Polizeisprecher Nath. Auch ob ein oder mehrere Täter beteiligt waren, blieb offen. Das stark demolierte Tatfahrzeug – ein Privatfahrzeug, kein Mietwagen – wurde am Tatort sichergestellt.

Wie reagieren Politik und Behörden auf den Angriff beim CSD?

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte eine „abscheuliche Tat“. Er stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „in engstem Kontakt“. Dobrindt bot Berlin die Unterstützung des Bundes an und sprach von einer „feigen, abscheulichen Attacke auf friedlich feiernde Menschen“.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nannte den Vorfall einen „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. Ob es sich um einen Terroranschlag handle, sei „zu früh“ zu sagen.

Seit dem Samstagmorgen waren mehr als 2.200 Polizisten für den CSD im Einsatz. Nach der Tat suchten Hubschrauber mit Wärmebildkameras den Tiergarten ab. In der Nacht durchsuchten Spezialkräfte eine Wohnung in Schöneberg, trafen dort aber niemanden an.

Was ist nach dem Angriff beim CSD noch unklar?

Die Motivation des Verdächtigen ist bisher nicht bekannt. Die Polizei betonte: „Wir haben weiterhin noch keinerlei Hinweise auf seine konkreten Motivationshintergründe.“

Offen bleibt, ob es eine zweite Tatphase mit einer Stichwaffe gab und ob der Identifizierte allein handelte.

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