Die Bauschäden an den Gebäuden des Bundes in Berlin sind sehr viel umfangreicher als bislang bekannt war. Mehrere Gebäude des Parlaments und der Regierung sowie der Sitz des Bundesrats müssen mit Millionenaufwand saniert werden. Das geht aus einem Bericht des Bundesbauministeriums an den Vorsitzenden des Bundestags-Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP), hervor.Im Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße sind dem Bericht zufolge "die Glasdachkonstruktionen undicht". Die Sanierung kostet rund 1,5 Millionen Euro. Am Paul-Löbe-Haus des Bundestags, in dem sich viele Abgeordnetenbüros befinden, hat sich die Westfassade "teilweise stärker als vorausberechnet gesenkt", heißt es in dem Bericht weiter. An der Ost- und der Westfassade mussten schon mehrere geborstene Glasscheiben ausgetauscht werden. Die Fassade soll jetzt an zwei Stützen neu ausgerichtet werden. Kosten: zirka 1,5 Millionen Euro. Da die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist, kann der Bund dafür niemanden mehr in Regress nehmen.Im Paul-Löbe-Haus sowie im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestags gibt es darüber hinaus Probleme mit den großen Fenstertüren. Sie sind "schwergängig und stark reparaturanfällig", heißt es. Deswegen sollen sie "ertüchtigt oder ausgetauscht werden". Die Kosten können sich auf bis zu 18 Millionen Euro belaufen. Dieser Betrag soll gegenüber der Herstellerfirma und der Generalplanerin geltend gemacht werden.Im Altbau des Auswärtigen Amtes läuft nach einem Deckenschaden auf einer Fläche von zirka 120 Quadratmetern zurzeit ein Beweissicherungsverfahren. Die Decke musste erneuert werden. Der Streitwert ist noch unklar.Die teuerste Sanierung läuft im Gebäude des Bauministeriums am Schwarzen Weg in Mitte. Die Mängelbeseitigung des 1999 für 45 Millionen Euro fertig gestellten Hauses kostet 36,5 Millionen Euro - elf Millionen davon kommen aus Vergleichen mit den Schadensverursachern. Am Kanzleramt müssen zudem, wie berichtet, die Wintergartendächer abgedichtet und die Leitungen für die Sprinkleranlage erneuert werden. Kosten: 3,3 Millionen. Fricke bezeichnete die Vielzahl der Mängel als "besorgniserregend". Die Regierung müsse Management und Controlling erheblich verbessern.
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