Versorgung

Blutkonserven knapp - Kliniken in fünf Bundesländern müssen OPs verschieben

Die DRK-Blutbestände sind kritisch niedrig. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern drohen deshalb Engpässe bei planbaren Operationen.

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Am 1. November ist der Gesamtbestand unter die Marke von 10.000 Konserven gefallen.

Am 1. November ist der Gesamtbestand unter die Marke von 10.000 Konserven gefallen.

© Juanma Jiménez/EUROPA PRESS/dpa

Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schlägt Alarm. Im Versorgungsgebiet für Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, aber auch Bremen und Niedersachsen, ist der Gesamtbestand am 1. November unter die als sicher geltende Marke von 10.000 Konserven gefallen. Kliniken können deshalb nicht mehr in vollem Umfang beliefert werden. Notfälle seien weiterhin versorgt, sagte ein Sprecher des Dienstes. Planbare Operationen müssten aber gegebenenfalls verschoben werden.

Die Lage ist allerdings nicht über Nacht entstanden, der Engpass hat sich über Wochen aufgebaut. Bereits Anfang Oktober meldete der Blutspendedienst bei mehreren Blutgruppen Reichweiten von nur etwa zwei Tagen. Ausgangspunkt war nach Angaben des Sprechers die Hitzewelle im Juni, als bei Temperaturen über 40 Grad deutlich weniger Menschen zur Spende kamen. Seitdem habe sich die Situation schrittweise verschärft. „Normal ist das nicht für diese Jahreszeit“, sagte er.

Besonders knapp sind derzeit die Blutgruppen 0 positiv, 0 negativ und B negativ. Die Blutgruppe 0 negativ gilt als besonders wichtig, weil sie universell einsetzbar ist - etwa in der Notaufnahme, wenn die Blutgruppe eines Patienten noch nicht feststeht.

Der Engpass beschränkt sich indes nicht auf das Fünf-Länder-Gebiet. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein reichten die Bestände Ende Oktober rechnerisch für weniger als drei Tage, wie etwa der NDR berichtete. In Baden-Württemberg und Hessen sah es ähnlich aus. Es deutet vieles auf eine überregionale, möglicherweise bundesweite Anspannung hin.

Erkältungswelle könnte Lage weiter verschärfen

Was den Verantwortlichen zusätzlich Sorgen bereitet: Die Erkältungssaison hat begonnen. Wer einen Infekt durchgemacht hat, muss mindestens eine Woche warten, bevor er wieder spenden darf. Bei fieberhaften Erkrankungen sind es sogar vier Wochen. Damit schrumpft in den kommenden Monaten das ohnehin knappe Spenderpotenzial weiter.

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Um wieder auf ein sicheres Polster zu kommen, werden im gesamten Einzugsgebiet des zuständigen DRK-Dienstes rund 3.000 Spenden pro Tag benötigt. Derzeit wird dieser Wert offenbar deutlich unterschritten.

Eine Spende kann drei Leben retten

Jede Blutspende wird in drei Bestandteile aufgeteilt: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und Plasma. Während Erythrozyten bis zu 42 Tage gelagert werden können, sind Thrombozytenkonzentrate lediglich vier Tage verwendbar. Ein langfristiger Aufbau großer Reserven ist daher nicht möglich. Thrombozyten werden unter anderem für Chemotherapien gebraucht. Ein Ausfall trifft also besonders vulnerable Patienten.

Wer helfen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Der Blutspendedienst empfiehlt, vorab einen Termin zu buchen, ausreichend zu essen und zu trinken sowie einen gültigen Ausweis mitzubringen. Termine und aktuelle Bestandsinformationen finden sich auf der Website des zuständigen DRK-Blutspendedienstes.

„Wir sind dankbar um jeden Spender“, betonte der DRK-Sprecher.

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