Tino Chrupalla wird nicht als Oberbürgermeisterkandidat der AfD in Leipzig antreten. Der Bundessprecher und Bundestagsfraktionschef der Partei erteilte den Werbeversuchen des Leipziger Kreisverbands eine Absage – und beendet damit tagelange Spekulationen über eine mögliche Kandidatur des gebürtigen Lausitzers.
Das geht aus einer Stellungnahme der AfD Leipzig hervor, die der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung vorliegt. Der Kreisvorsitzende und Europaabgeordnete Siegbert Droese bestätigt darin den Rückzug: „Ich bedauere daher seinen, heute in einem Gespräch geäußerten Entschluss, nicht als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig zur Verfügung zu stehen.“ Zugleich dankte Droese Bundessprecher Chrupalla für dessen Unterstützung bei der Spendenkampagne zur OB-Wahl.
Die Absage markiert das Ende eines auffälligen Werbens. Noch am Vortag hatte Droese betont, der Kreisvorstand sei „an Tino Chrupalla dran“. Ein erstes Gespräch hatte bereits stattgefunden, eine Absage aus Berlin lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Getragen wurde der Vorstoß auch vom Rückenwind aus Sachsen-Anhalt, wo die AfD zuletzt stärkste Kraft geworden war.
Sichtbar engagiert hatte sich Chrupalla in Leipzig durchaus: Er war das Gesicht der Spendenkampagne unter dem Slogan „Wir werden Oberbürgermeister!“. Ob er selbst diese Person an der Spitze sein wolle, hatte er stets offengelassen – auch auf Anfrage dieser Zeitung äußerte er sich gestern nicht.
Zweiter Kandidat rückt in den Vordergrund
Mit dem Verzicht Chrupallas rückt nun der Leipziger Landtagsabgeordnete Alexander Wiesner in den Fokus. Er hatte bereits angekündigt, bei der Aufstellungsversammlung am 26. September antreten zu wollen. Wiesner verweist auf seine Ortskenntnis: Er lebe seit rund 20 Jahren in Leipzig und kenne „Stadt und Leute“ – ein Argument, das gegen Chrupallas fehlende lokale Verwurzelung ins Feld geführt worden war.
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Das Bewerberfeld für die Wahl am 21. Februar 2027 ist bereits gut gefüllt – von SPD-Wirtschaftsminister Dirk Panter über CDU-Fraktionschef Michael Weickert bis zu Bewerbern von Linke, Grünen, FDP, Volt und BSW. Prominenten Zuwachs aus Berlin wird es nun jedenfalls nicht geben.
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