Prozess

Fall Fabian: Richter lässt keine weiteren Zeugen und Beweismittel zu

Der Richter im Fall Fabian lässt keine weiteren Zeugen zu. Weitere Prozesstermine bis November stehen fest.

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Der Prozess um den Fall Fabian wird am Donnerstag vorgesetzt.

Der Prozess um den Fall Fabian wird am Donnerstag vorgesetzt.

© Bernd Wüstneck/dpa

Im Fall Fabian hat der Vorsitzende Richter Holger Schütt am Landgericht Rostock eine wichtige Entscheidung getroffen. Am Donnerstag ließ er nach einer Beratung keine weiteren Zeugen und keine neuen Beweismittel mehr zu.

Damit nähert sich der Mordprozess um den getöteten achtjährigen Jungen aus Güstrow seinem Ende. Zuvor hatten die Hortleiterin und ein Hortbetreuer ausgesagt, doch neue Erkenntnisse brachte das kaum. Auch ein Video, das in den sozialen Medien geteilt wurde, spielt laut Gericht keine Rolle mehr. Wann ein Urteil gegen die Angeklagte Gina H. fällt, bleibt dennoch offen.

Richter lässt im Fall Fabian keine weiteren Zeugen zu

Der Vorsitzende Richter stellte klar: Weder zusätzliche Zeugen noch weitere Beweismittel werden im Verfahren zugelassen. Die Verteidigung hatte einzelne Zeugen erneut befragen wollen. Diese Anträge wies Schütt zurück.

Offen sind laut Gericht noch zwei Beweisanträge. Über sie soll in der kommenden Woche entschieden werden.

Am Donnerstag traten die Hortleiterin und ein Hortbetreuer in den Zeugenstand. Der Betreuer berichtete, er habe Fabian zuletzt am Donnerstag gesehen – einen Tag vor dem mutmaßlichen Tattag. Nach seiner Schilderung war er mit einer Schulklasse auf dem Weg zum Hort.

Zu dieser Klasse gehören zwei Jungen, die vor Gericht ebenfalls angaben, Fabian gesehen zu haben. Sie waren sich aber nicht sicher, ob das am Freitag oder schon am Donnerstag war.

Warum der Wochentag so entscheidend ist

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft war Fabian am Freitag bereits am frühen Nachmittag tot. Mehrere Kinder wollen den Achtjährigen jedoch noch an jenem Freitag gesehen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie sich im Tag geirrt haben.

Die Hortleiterin bestätigte vor Gericht die Zeiten, zu denen die beiden Schulkameraden im Hort ankamen und ihn wieder verließen.

Für die Verteidigung war ein Social-Media-Video ein zentrales Element ihrer Strategie. Darin nennt Raffaela J. den späteren Fundort von Fabians Leiche, Klein Upahl.

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Die Verteidigung führte an, das Video sei bereits am 13. Oktober hochgeladen worden – und damit vor dem Auffinden der Leiche. Die Nebenklage widersprach: Es sei erst am 18. Oktober erschienen, also nach dem Fund.

Richter Schütt ließ diesen Streit offen. Selbst wenn das Video vom 13. Oktober stamme, spiele es keine Rolle, weil Raffaela J. darin auch andere Orte aufzähle. Einen Hinweis auf Täterwissen sah er darin nicht.

Neue Prozesstermine bis November – Urteil weiter offen

Ein Urteilstermin steht bislang nicht fest. Schütt stimmte mit den Anwälten drei weitere Verhandlungstage ab: den 29. und den 30. Oktober sowie den 10. November.

Für Aufmerksamkeit sorgte der forensische Psychiater. Anders als von vielen erwartet, äußerte er sich am Donnerstag nicht zur psychischen Verfassung von Gina H.

Der Gutachter hatte mehrfach mit der Angeklagten gesprochen und soll unter anderem ihre Schuldfähigkeit beurteilen. Gina H. ist wegen psychischer Auffälligkeiten seit Langem in Therapie.

Was Gina H. vorgeworfen wird

Die Angeklagte soll Fabian aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow gelockt und an einem Tümpel bei Klein Upahl erstochen haben. Später soll sie dorthin zurückgekehrt sein, um die Leiche anzuzünden.

Fabian war am 10. Oktober vergangenen Jahres von seiner Mutter als vermisst gemeldet worden. Vier Tage später meldete Gina H. der Polizei, sie habe seine Leiche gefunden.

Das Kind war der Sohn des damaligen Ex-Freundes der Angeklagten. Sieben Wochen vor Fabians Verschwinden hatte sich der Vater von Gina H. getrennt. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, sie habe geglaubt, der Junge stehe einer neuen Beziehung mit dem Vater im Weg.

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