Bergbau

Giftige Gase, Einsturzgefahr: Darum muss Sachsen-Anhalt die Grube Teutschenthal sichern

Die insolvente Grube Teutschenthal kostet Sachsen-Anhalt bis 2037 rund 160,3 Millionen Euro. Das Land muss das Bergwerk sichern und stilllegen.

3 Min
Die Grube Teutschenthal im Saalekreis steht still. Ihre Sicherung und Stilllegung kostet das Land Millionen.

Die Grube Teutschenthal im Saalekreis steht still. Ihre Sicherung und Stilllegung kostet das Land Millionen.

© steffen schellhorn/imago

Für die insolvente Grube Teutschenthal im Saalekreis wird Sachsen-Anhalt tief in die Landeskasse greifen müssen. Rund 160,3 Millionen Euro werden bis zum Jahr 2037 benötigt, um das ehemalige Salzbergwerk zu sichern, Gefahren abzuwehren und die Untertagedeponie stillzulegen. Das geht aus einem Schreiben des Wirtschafts- und des Finanzministeriums an den Finanzausschuss hervor, über das die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

Damit steigen die erwarteten Kosten deutlich: Eine frühere Hochrechnung des Wirtschaftsministeriums hatte noch rund 130 Millionen Euro veranschlagt. Hintergrund ist die Insolvenz der Betreibergesellschaft GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH. Nachdem sich trotz mehrerer Gespräche kein Investor für das Bergwerk gefunden hatte, muss das Land nun die Verantwortung übernehmen. Als neuer Betreiber ist voraussichtlich die landeseigene Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft (MDSE) vorgesehen.

Warum das Bergwerk gesichert werden muss

Dass der Betrieb seit Ende Oktober ruht, bedeutet nicht, dass die Arbeit unter Tage beendet ist. In den Hohlräumen lagern Millionen Tonnen Industrieabfälle, darunter vor allem Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen. Die Anlage muss weiterhin überwacht und gesichert werden. Andernfalls drohen erhebliche Gefahren.

Das Ministerium warnt in seinem Schreiben vor den Folgen einer ungeplanten Stilllegung. Fällt etwa die Belüftung aus, können sich giftige oder explosive Gase bilden. Zudem könnte Wasser in das Bergwerk eindringen und Schadstoffe freisetzen. Auch die Stabilität des Untergrunds ist ein Thema: Die verbliebenen Hohlräume in 600 bis 900 Metern Tiefe müssen gesichert werden, um weitere Gebirgsschläge zu verhindern.

90 Beschäftigte verlieren ihre Jobs

Für die rund 90 Mitarbeiter der Betreibergesellschaft bedeutet die Insolvenz unterdessen den Verlust ihrer Arbeitsplätze. Nachdem die Investorensuche gescheitert war, hatte Insolvenzverwalter Lucas Flöther angekündigt, dass den Beschäftigten gekündigt werden müsse. Über einen Sozialplan sollte mit dem Betriebsrat verhandelt werden.

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Die Grube war bereits Ende Juli in die Insolvenz gegangen. Grund waren unter anderem stark gestiegene Kosten für die Sicherung der unterirdischen Hohlräume. Auf eine Finanzierung konnte sich das Unternehmen mit dem Land nicht einigen. Bis Ende Oktober hatten die Beschäftigten den Betrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens noch aufrechterhalten. Seitdem nimmt die Grube keine Rückstände aus Müllverbrennungsanlagen und der Industrie mehr an.

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