Niedrigwasser

Niedrige Pegel am Rhein bedrohen Konjunktur

Die Pegel deutscher Flüsse sinken auf Rekordtiefs. Ökonomen befürchten spürbare Folgen für die Wirtschaft.

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Sandbänke sind zu sehen am Rhein bei Osterspai.

Sandbänke sind zu sehen am Rhein bei Osterspai.

© Thomas Frey/dpa

Das Niedrigwasser in deutschen Flüssen könnte nach Einschätzung von Ökonomen das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr aufzehren. Am Pegel Kaub wurden am Dienstagmorgen nur noch 24 Zentimeter gemessen, wie aus den Werten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hervorging. Damit wurde der bislang niedrigste bekannte Wasserstand aus dem Jahr 2018 um einen Zentimeter unterschritten. Auch in Köln und Duisburg lagen die Pegel unter den bisherigen Tiefstmarken, in Düsseldorf wurde der Wert von 2018 erreicht.

Den Vorhersagen zufolge könnten die Pegel in den kommenden Tagen weiter sinken. Auch andere Flüsse wie die Donau sind betroffen. Besonders für die Binnenschifffahrt ist die Lage ein Problem, da Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren können. Das treibt die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massengut angewiesen sind.

Sorge um das Bruttoinlandsprodukt

ING-Analyst Carsten Brzeski erwartet, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr wegen des Niedrigwassers um 0,3 Punkte niedriger ausfallen könnte. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Die Bundesregierung hatte in ihrer Frühjahrsprojektion für das Gesamtjahr ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent prognostiziert.

Nord-Süd-Gefälle beim Spritpreis

Laut Bundeskartellamt führt das Niedrigwasser zu deutlichen regionalen Unterschieden beim Spritpreis. Im Juli hätten die Preisdifferenzen an den Tankstellen bei E5 im Schnitt bis zu elf Cent pro Liter und bei Diesel bis zu zehn Cent betragen. Das Gefälle dürfte „insbesondere aus unterschiedlichen Kraftstoff-Beschaffungskosten resultieren“, teilte die Behörde mit. Im Süden und Südwesten hätten die Beschaffungskosten im Schnitt niedriger gelegen als in vielen anderen Teilen Deutschlands. Deutlich mehr zahlten Autofahrer etwa in Schleswig-Holstein, in Sachsen und in Nordrhein-Westfalen. Vorprodukte wie Gasöl und Naphta würden häufig per Binnenschiff zu den Raffinerien gebracht.

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