Das Handwerk in Ostsachsen findet keinen Weg aus der konjunkturellen Seitwärtsbewegung. Das geht aus der aktuellen Konjunkturanalyse der Handwerkskammer Dresden hervor. Der Geschäftsklimaindex liegt bei 103 Punkten – exakt auf dem Niveau des Vorjahresherbstes. Damit hält die Stagnation nun bereits drei Jahre an, ohne nennenswerte Ausschläge in die eine oder andere Richtung.
Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, führt die Lage auf mehrere Faktoren zurück: gestiegene Energie- und Rohstoffpreise, unterbrochene Lieferketten sowie die Kaufzurückhaltung von Verbrauchern und Industrie. Impulse aus dem Sondervermögen des Bundes kämen bisher nicht in den Betrieben an, so Brzezinski.
Die Zahlen bestätigen das verhaltene Bild: 40 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut, 43 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate rechnen lediglich 8 Prozent mit einer Verbesserung, 22 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Bei den Umsätzen melden 23 Prozent der Unternehmen Rückgänge, 17 Prozent Zuwächse. Die Auftragslage bleibt angespannt: 27 Prozent berichten von einem unterdurchschnittlichen Auftragsbestand, nur 7 Prozent von überdurchschnittlich gefüllten Auftragsbüchern. Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt bei neun Wochen.
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Betriebe halten an Personal fest – Preise ziehen deutlich an
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bleiben die Belegschaften weitgehend stabil. 74 Prozent der befragten Unternehmen melden gleichbleibende Beschäftigtenzahlen, 15 Prozent haben Personal abgebaut, 11 Prozent neue Mitarbeiter eingestellt. Auch die Ausbildung werde fortgeführt, um Fachkräfte für die Zukunft zu sichern, heißt es seitens der Kammer.
Deutlich bewegt haben sich zuletzt die Preise. 70 Prozent der Betriebe berichten von gestiegenen Einkaufspreisen – ein Plus von 20 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend geben die Unternehmen die Kosten weiter: 37 Prozent haben ihre Verkaufspreise bereits erhöht, 48 Prozent planen Erhöhungen.
Kammerpräsident Jörg Dittrich sieht die Politik in der Pflicht. Es fehle an Impulsen insbesondere aus Berlin, sagte der Dachdeckermeister. Nur durch Reformen werde sich die Lage bessern, Betriebe und Beschäftigte bräuchten mehr finanziellen Spielraum für Investitionen und Konsum. „Es muss sich lohnen, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken“, so Dittrich.
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