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Zwei neue Ausstellungen in Chemnitz: Mattheuer-Paar und Mythen am Theaterplatz

Ab Freitagabend zeigen die Kunstsammlungen am Theaterplatz in Chemnitz rund 200 Werke des Künstlerpaares Mattheuer und parallel eine Schau zu antiken Mythen.

Alexander Angierski
3 Min
Ausstellungen in Chemnitz: Die Kunstsammlungen zeigen am Theaterplatz Werke von Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer (Symbolbild).

Ausstellungen in Chemnitz: Die Kunstsammlungen zeigen am Theaterplatz Werke von Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer (Symbolbild).

© HärtelPRESS/imago

Die Kunstsammlungen Chemnitz eröffnen am kommenden Freitag um 18.30 Uhr in ihrem Haus am Theaterplatz zwei Ausstellungen zugleich. „Allegorien des Lebens. Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer“ läuft ab 3. Oktober bis zum 11. April 2027, „Mythos. Von Göttern zu Superheldinnen“ bis zum 21. Februar 2027. Für Kinder gibt es am kommenden Freitag um 15 Uhr eine eigene Vorschau. Anlass der Mattheuer-Schau sind die 100. Geburtstage der beiden Künstler in den Jahren 2026 und 2027.

Ursula Mattheuer-Neustädt wurde 1926 in Plauen geboren und starb 2021, Wolfgang Mattheuer kam 1927 in Reichenbach zur Welt und starb 2004. An der Kunstgewerbeschule Leipzig, die Wolfgang Mattheuer ab 1946 besuchte, lernten sich beide kennen. Ab 1948 studierten sie an der Akademie für grafische Künste und Buchgewerbe, der späteren Hochschule für Grafik und Buchkunst. Die Ausstellung stellt die Lebens- und Arbeitswelt in Leipzig und im Vogtland in den Mittelpunkt.

Nach Darstellung der Kunstsammlungen griff Wolfgang Mattheuer seit den 1970er Jahren verstärkt auf antike Mythen zurück, als Auftakt gilt „Die Flucht des Sisyphos“ von 1972. Ursula Mattheuer-Neustädt fand ihre Stoffe vor allem in Literatur und Poesie, etwa in Porträts von Hölderlin, Rilke, Ingeborg Bachmann und Else Lasker-Schüler, die sie selbst „allegorische Porträts“ nannte. Generaldirektorin Florence Thurmes erklärte, dank der Schenkung von Hartmut Koch aus dem Jahr 2002 verfüge das Haus über das vollständige druckgrafische Werk Wolfgang Mattheuers. Beide würden zum ersten Mal in einer großen Sonderausstellung zusammen gezeigt.

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Werkwechsel im Januar 2027 in Chemnitz

Wer die Ausstellung früh besucht, sieht nicht alles: Im Januar 2027 tauscht das Museum die Zeichnungen und Druckgrafiken aus. Dann sollen unter anderem die bisher unveröffentlichte Folge „Roma Amor“ von Ursula Mattheuer-Neustädt, Zeichnungen aus dem Nachlass Wolfgang Mattheuers und sein Gemälde „Eingeschneite Aktion“ zu sehen sein. Den Wechsel begleitet eine Midissage am Donnerstag, 14. Januar 2027, um 18.30 Uhr.

Kuratorin der Mattheuer-Schau ist Diana Kopka. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig und der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen. Als Folgestationen sind „Wolfgang Mattheuer. Drinnen, Draußen und Ich“ in Leipzig vom 8. April bis 22. August 2027 und „Widerständige Idylle“ in Oberhausen vom 19. September 2027 bis 16. Januar 2028 angekündigt. Die Ausstellungen in Chemnitz und Leipzig fördert die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Chemnitz beziehungsweise der Sparkasse Leipzig.

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Mythos-Schau reicht bis zu Wonder Woman

Die zweite Ausstellung „Mythos“ verfolgt griechische und römische Mythen über mehrere Jahrhunderte bis ins digitale Zeitalter und die Massenkultur. Ausgangspunkt sind Mattheuers Arbeiten zu Ikarus, Prometheus und Sisyphos. Ein Schwerpunkt liegt auf der DDR-Kunst seit den 1970er Jahren. Die Ausstellung erinnert unter anderem an die Grafikmappe „Prometheus 82“ des Kulturbunds, deren Fertigstellung nach Angaben des Museums abgebrochen wurde, weil Arbeiten und Texte dem Auftraggeber zu kritisch erschienen. Den Bogen zur Gegenwart schlagen Superheldinnen wie Wonder Woman sowie Positionen von Michel Majerus, Tatjana Doll und Pierre et Gilles.

Beide Ausstellungen sind dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr am Theaterplatz geöffnet. Das Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und Workshops veröffentlicht das Museum auf seiner Website.

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