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Wahlen 2026

Liveticker zur Berlin-Wahl: BSW scheitert offenbar an 5-Prozent-Hürde, Kenia-Koalition auf der Kippe

2,5 Millionen Wahlberechtigte, drei Kreuze: Heute wurde in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Die wichtigsten Informationen im Liveticker.

Stefan Evers, Spitzenkandidat der CDU. Seine Partei verliert die Wahl an die Linke.

Stefan Evers, Spitzenkandidat der CDU. Seine Partei verliert die Wahl an die Linke.

© Britta Pedersen/dpa

Berlin-Wahl am 20. September: Die wichtigsten Informationen in Kürze

  • In Berlin haben heute die Wahlen zum Abgeordnetenhaus stattgefunden. Auch die Bezirksverordnetenversammlungen wurden gewählt.
  • Die Linke geht als klare Wahlsiegerin in der Hauptstadt hervor. Sie könnten mit Grünen und SPD die Regierung stellen. Für die CDU reicht es bei einer Koalition mit Grünen und SPD aktuell nicht für eine Mehrheit.
  • Über 2,5 Millionen Menschen waren zu mindestens einer der Wahlen berechtigt.

Sonntag, 20. September

22.15 Uhr: Türkische Medien über Wahl: Eralp „sprengt die Urnen“

Elif Eralp macht auch in der Türkei Schlagzeilen - und das nicht nur, weil sie als Spitzenkandidatin der Linken bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus einen großen Erfolg erzielt hat. Auch die türkischen Wurzeln der Politikerin werden im Heimatland ihrer Eltern betont.

„Historisches Ergebnis in Deutschland: In Berlin geht der Sieg an die Partei der türkeistämmigen Bürgermeister-Kandidatin Elif Eralp“, titelte der Fernsehsender Halk TV. Und die Tageszeitung Sözcü schrieb: „Türkische Kandidatin sprengt die Urnen; die Deutschen sagten 'Elif'!“

Eralp selbst hatte in ihrer Rede direkt nach der ersten Prognose am Abend auf Türkisch gesagt: „Wir haben Geschichte geschrieben, Freunde.“ Eralp wäre nicht nur erste linke Berliner Regierungschefin, sondern auch die erste mit Migrationshintergrund.

21.25 Uhr: BSW scheitert laut Hochrechnungen an 5-Prozent-Hürde – Kenia-Koalition wieder möglich

Nach der aktuellen Hochrechnung der ARD scheitert das BSW in Berlin an der 5-Prozent-Hürde. Sie kommt demnach auf 4,8 Prozent. Die Hochrechnungen des ZDF und der Forschungsgruppe Wahlen sehen die Partei noch bei 5 Prozent. Damit wird die Kenia-Koalition laut ARD-Hochrechnung wieder möglich.

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Warum das knappe Berliner Wahlergebnis beim BSW Erinnerungen an das Scheitern bei der Bundestagswahl weckt und wie die Stimmung auf der Wahlparty kippte, lesen Sie hier:

21 Uhr: Linke distanziert sich von Issa Remmo

Die Linke in Berlin-Neukölln hat nach dem Besuch von Clan-Mitglied Issa Remmo auf einer Wahlparty betont, dass es weder politische noch persönliche Beziehungen zu der Person gebe. „Es handelte sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der auch ungeladene Personen Zutritt hatten“, teilte Jorinde Schulz aus dem Bezirksvorstand der Neuköllner Linke auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

„Uns war die Person und ihre Anwesenheit im Speziellen nicht bekannt, sie steht nicht auf unserer Anmeldeliste. Es gibt weder politische noch persönliche Beziehungen zu dieser Person.“ Der Besuch der Wahlparty habe daran „selbstverständlich nichts geändert“.

20.45 Uhr: Internationale Presse berichtet über Wahlen in Deutschland

Wie die internationale Presse auf die Wahlergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern blickt und warum mehrere Medien ein „Desaster“ für Bundeskanzler Friedrich Merz erkennen, lesen Sie hier:

20.30 Uhr: CDU-Wahlparty bereits aufgelöst – Journalisten plündern das Buffet

Kaum hatte Stefan Evers seine kurze Ansprache um 18.30 Uhr beendet, begann sich der Festsaal rasant zu leeren. Zu trostlos war wohl für Evers Parteifreunde der Wahlabend verlaufen. Und an eine Kenia-Koalition mit Grünen und SPD, die Evers noch ins Spiel gebracht hatte, wollte keiner recht glauben. Nach aktuellem Stand reichen die Stimmen nicht aus. Eine Stunde später waren die Stehtische leer und die zahlreich erschienenen Journalisten konnten sich ungestört über das reichhaltige Buffet hermachen.

Stefan Evers auf der CDU-Wahlparty. Nach seiner Ansprache leerte sich rasch der Raum.

Stefan Evers auf der CDU-Wahlparty. Nach seiner Ansprache leerte sich rasch der Raum.

© dts Nachrichtenagentur

20.27 Uhr: Berlin-Hochrechnungen: Keine Mehrheit für Schwarz-Grün-Rot

Neben einem rot-grün-roten Bündnis hielten erste Hochrechnungen in Berlin auch ein CDU-geführtes Bündnis für möglich. Nach neuen Zahlen hätte diese Konstellation nun aber keine Mehrheit mehr.

Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD hätte in Berlin nach neuen Hochrechnungen von ARD und ZDF keine Mehrheit. Nach ARD-Zahlen von 19.57 Uhr hätten die drei Parteien zusammen 79 von 159 Sitzen im Abgeordnetenhaus. Die ZDF-Hochrechnung von 20.14 Uhr sieht sie bei 65 von 130 Sitzen. Wie groß das Parlament am Ende tatsächlich wird, hängt von der Zahl der Überhang- und Ausgleichmandate ab. Laut beiden Hochrechnungen wäre das BSW knapp im Parlament vertreten, was für die Mehrheitsverhältnisse ebenfalls von Bedeutung ist.

20.20 Uhr: Schauspieler Sanoussi-Bliss kurz und kritisch

Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss und sein Lebenspartner Dennis Ortmann kommentieren angesichts der aktuellen Berlin-Prognosen: „So sehen linksgrünversiffte Wähler aus.“

20.15 Uhr: Sylvie Kürsten über Berlins „Sachsen-Anhalt“

Die Dokumentarfilmerin Sylvie Kürsten zeigt sich erleichtert über den Wahlausgang. „Als Wahl-Berlinerin könnte ich heute sagen: ‚Noch mal Glück gehabt‘“, meint die DDR-Kunst-Kuratorin, die in Ludwigsfelde aufgewachsen ist. „Aber wir leben auf einer immer kleiner werdenden Insel und müssen uns mit den Realitäten auseinandersetzen.“ Schloss Biesdorf, in dem sie noch bis Sonntag unsere Ausstellung „Kosmos“ habe, liege im Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf, dem Sachsen-Anhalt von Berlin, wo die Mehrheit diei AFD gewählt habe. „Welche Kulturpolitik wird dort demnächst gefahren? Welche Ausstellungen werden möglich und unmöglich?“

20.12 Uhr: Issa Remmo auf Wahlparty der Linken

Clan-Chef Issa Remmo ist offenbar bei der Wahlparty der Berliner Linken aufgetaucht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete Remmos Auftauchen bei der Wahlparty der Linken auf X als „verstörendes Signal“.

Von einer Partei, die Verantwortung für Berlin übernehmen wolle, müsse es eine klare Distanz zu Strukturen der organisierten Kriminalität geben. Wegner forderte die Linke auf, transparent zu erklären, wie es zu dem Auftritt gekommen sei und ob Remmo eingeladen gewesen sei.

19.57 Uhr: Berliner FDP-Chef Meyer bietet Rücktritt an

Berlins FDP-Landeschef Christoph Meyer hat nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl seinen Rücktritt angeboten. „Das ist ein bitterer Abend für die FDP“, sagte er in Berlin. Die Liberalen hätten die Wähler nicht überzeugen können. Verantwortung zu übernehmen bedeute deshalb, „dass ich den Landesvorsitz der FDP Berlin zur Verfügung stellen werde“.

Nach allen Hochrechnungen verfehlt die FDP die Fünf-Prozent-Hürde deutlich und zieht erneut nicht ins Abgeordnetenhaus ein. Meyer führte die Partei als Spitzenkandidat in die Wahl. Bereits im Jahr 2023 war die FDP aus dem Landesparlament ausgeschieden. Meyer ist seit März 2018 Landesvorsitzender.

Christoph Meyer, FDP-Spitzenkandidat. Seine Partei zieht erneut nicht ins Abgeordnetenhaus ein.

Christoph Meyer, FDP-Spitzenkandidat. Seine Partei zieht erneut nicht ins Abgeordnetenhaus ein.

© Marvin Zubrod/dpa

19.54 Uhr: So feiert die Linke ihren historischen Wahlsieg

Jubel, Freudentränen und eine kämpferische Rede von Elif Eralp: Lesen Sie hier unsere Reportage aus dem Festsaal Kreuzberg.

19.48 Uhr: Berlins Grünen-Spitzenkandidat: „Wechsel in der Stadt“

Berlins Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sieht die Abgeordnetenhauswahl als klare Abwahl der bisherigen schwarz-roten Koalition. „Es ist ein klares Zeichen, dass wir hier einen Wechsel in der Stadt wollen und brauchen“, sagte der Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion. Es sei ein Richtungswechsel gewählt worden. „Und genau den müssen wir jetzt umsetzen.“

Graf räumte ein: „Viele, die sichergehen wollten, dass die CDU nicht in der Regierung ist, haben die Stimme dann für die Linken gegeben.“ Die Grünen streben nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine rot-grün-rote Koalition an, hatten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai gemeinsam erklärt.

19.42 Uhr: Eralp will in Verhandlungen auf Vergesellschaftung bestehen

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp macht die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne zur Bedingung für eine mögliche Regierungsbeteiligung. „Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet. Das habe ich so gesagt und dabei bleibe ich auch“, sagte sie in der ARD. Das Wahlergebnis sei zugleich ein Votum für ihr Programm und ihre Person. Deshalb werde sie auf der Vergesellschaftung bestehen. Daneben seien weitere Maßnahmen nötig, um die Mietenkrise in Berlin zu bekämpfen.

Die Forderung war eines der zentralen Themen im Wahlkampf der Linken. Bei Koalitionsgesprächen mit SPD und Grünen dürfte sie zu einem der größten Streitpunkte werden.

19.40 Uhr: Krach rechnet nicht mit Enteignung von Wohnungsunternehmen

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht auch nach dem Wahlsieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl nicht von einer Enteignung großer Immobilienkonzerne aus. „Ich bin mir sehr sicher, dass es am Ende nicht klappen wird“, sagte Krach in der ARD.

„Wir haben in den Umfragen gesehen, dass die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner weiter dagegen sind“, sagte Krach. Die Linke hatte im Wahlkampf betont, große Wohnungsunternehmen enteignen zu wollen und zudem einen Mietendeckel für landeseigene Wohnungen einzuführen.

Die SPD dürfe nach der klaren Niederlage keine Forderungen stellen, sagte der SPD-Landesvorsitzende weiter. „Wir haben das schlechteste Ergebnis jemals. Damit hat man keinen Regierungsauftrag.“ Mit einem Ergebnis von zwölf Prozent sei die bisher mit der CDU regierende SPD abgewählt worden.

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach glaubt nicht an die Enteignung der großen Wohnungskonzerne.

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach glaubt nicht an die Enteignung der großen Wohnungskonzerne.

© Odd Andersen/afp

19.30 Uhr: Linken-Chefin: Zuversichtlich, dass wir sondieren werden

Berlins Linken-Co-Chefin Kerstin Wolter geht davon aus, dass die Partei in Sondierungsgespräche für eine Koalition gehen wird. Am Montag werde sich der Landesvorstand treffen und dem Landesparteitag am Freitag vorbereiten. Dort solle entschieden werden, ob Sondierungsgespräche mit anderen Parteien aufgenommen werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Ergebnis im Rücken in Gespräche gehen werden“, sagte Wolter der Presse-Agentur auf der Wahlparty ihrer Partei. Spitzenkandidatin Elif Eralp machte am Abend bereits deutlich, dass sie mit diesem Ergebnis nun Regierende Bürgermeisterin werden will.

19.27 Uhr: Zentralrat der Juden „zutiefst beunruhigt“ über Wahlergebnis der Linken

Der Zentralrat der Juden zeigt sich besorgt angesichts des absehbaren Wahlsiegs der Linken in Berlin. Die Partei sei im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen, teilte Zentralratspräsident Josef Schuster laut dpa mit. „Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst.“ Es sei zum Tod israelischer Soldaten und zur Intifada aufgerufen worden, im Publikum sei dazu getanzt worden.

Er appelliere an SPD und Grüne, der Partei nicht ins Rote Rathaus zu verhelfen. „In der Bekämpfung des Judenhasses, den diese Partei in ihren Reihen duldet und frei gewähren lässt, besitzt die Linke keinerlei Glaubwürdigkeit mehr“, so Schuster.

19.23 Uhr: Linke profitiert von Wählerwanderung

Die Linke hat von Stimmen aus dem Lager der Konkurrenz profitiert. Das ergab eine erste Analyse von infratest dimap im Abgleich mit der Wiederholungswahl 2023. Demnach kamen 51.000 Wähler von den Grünen, 36.000 von der SPD und 14.000 von der CDU. Die Union wiederum verlor 56.000 Stimmen an die AfD.

19.20 Uhr Starkoch: „Absoluter Tiefpunkt für Wirtschaft“

Der Berliner Starkoch Björn Swanson hat sich „geschockt über die Ergebnisse der Abgeordnetenhauswahl“ gezeigt: „Anscheinend haben viele noch nicht verstanden, wo dieser Zug hinfährt“, sagt der 42-Jährige.

„Die Linken haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie unfähig sind zu regieren und diese Stadt an die Wand fahren bei jeder Gelegenheit. Der absolute Tiefpunkt für die Berliner Wirtschaft wäre eine erneute Koalition mit der SPD und den Grünen.“

Björn Swanson kritisiert den Wahlsieg der Linken.

Björn Swanson kritisiert den Wahlsieg der Linken.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

19.07 Uhr: Spranger erwartet Linke-Grüne-SPD-Koalition in Berlin

Nach dem guten Ergebnis für die Linke in Berlin erwartet SPD-Innensenatorin Iris Spranger (SPD) eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD. „Einladen wird, wer oben steht. Und dann müssen wir gucken, wie die Koalitionsverhandlungen laufen“, sagte Spranger der dpa. Die Priorität der Grünen sei auch klar zu Gunsten der Linken. Die SPD werde entsprechende Gespräche auch führen.

19.02 Uhr: Alexander King: „BSW in Berliner Politik angekommen“

BSW-Spitzenkandidat Alexander King hat sich in der ARD zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei gezeigt. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte er. Das BSW sei „in der Berliner Politik voll angekommen“. Seine Partei wolle künftig darauf achten, dass politische Versprechen eingehalten würden, und eigene Akzente setzen. Als Beispiel nannte King die Aufarbeitung der Corona-Politik. Die Partei kommt laut aktuellen Hochrechnungen auf 5 Prozent.

18.49 Uhr: Grüne streben Koalition mit Linken und SPD an

Die Grünen streben nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine rot-grün-rote Koalition an. „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai.

Die Berlinerinnen und Berliner hätten sich für einen Politikwechsel entschieden. Schwarz-Rot sei klar abgewählt worden.

18.45 Uhr: Krach: SPD „nicht mehr die Berlin-Partei“

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat das Abschneiden seiner Partei bei der Abgeordnetenhauswahl als „katastrophales Ergebnis“ bezeichnet. „Es ist eine Zäsur für die Berliner SPD. Wir waren über Jahrzehnte die Berlin-Partei. Heute kann man nicht mehr sagen, dass wir es sind“, sagte Krach zu den Prognosen zur Berliner Wahl.

Demnach landete die SPD mit rund 12 Prozent nur auf dem fünften Platz. „Wir alle haben uns etwas anderes gewünscht“, sagte Krach. „Wir haben es nicht geschafft, die Berlinerinnen und Berliner von der SPD zu überzeugen.“

Steffen Krach (SPD), Spitzenkandidat der Berliner SPD und Landesvorsitzender der SPD Berlin, reagiert auf die Prognose zur Abgeordnetenhaus-Wahl.

Steffen Krach (SPD), Spitzenkandidat der Berliner SPD und Landesvorsitzender der SPD Berlin, reagiert auf die Prognose zur Abgeordnetenhaus-Wahl.

© Christoph Soeder/dpa

18.40 Uhr: SPD beginnt mit Aufarbeitung des Desasters

Was unterscheidet die SPD Mecklenburg-Vorpommern von der SPD Berlin? Manuela Schwesig habe einen „Dafür-Wahlkampf“ geführt, keinen „Dagegen-Wahlkampf“, sagte Franzisky Giffey, 2020 bis 2024 Landesvorsitzende der Berliner SPD. „Parteien werden gewählt, wenn sie klar machen können, wofür sie eintreten. Auf jeden Fall könne man den Misserfolg nicht auf den Bund schieben, dass der Bund schuld sei.

„Wir sind Teil einer Landesregierung, die nicht überzeugt hat“, sagte SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach. Wenige Minuten nach der ersten Hochrechnung sei nicht der Zeitpunkt, um über Koalitionen zu reden. „Wir haben keinen Regierungsauftrag. Wir sind abgewählt worden“, fasste Krach zusammen.

18.37 Uhr: Evers gesteht Niederlage ein

CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers tritt um 18:25 auf die Bühne des Festsaals im Abgeordnetenhaus: Evers dankt allen CDU-Wahlkämpfern und merkt an, dass dieses Ergebnis kein Grund zur Freude sei, auch wenn man sich erfolgreich gegen den Abwärtstrend gestemmt habe. Demut sei nun angesagt. Evers: „Wir haben deutlich verloren.“ Aber Evers hat die Hoffnung auf die Senatskanzlei über eine Kenia-Koalition noch nicht ganz aufgegeben: Man wolle gegebenenfalls die Gespräche mit SPD und Grünen suchen, denn es gehe um die Stabilität Berlins. Evers: „Radikale Heilsversprechen von links und rechts dürfen nicht weiter verfangen.“

18.35 Uhr: AfD-Chefin fordert Ende der Brandmauer

AfD-Chefin Alice Weidel hat nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein Ende der sogenannten Brandmauer zur AfD gefordert. Das Berliner Ergebnis zeige aus ihrer Sicht, „was die Brandmauer-Politik der CDU zeitigt“. Weidel sprach von einem „knalllinken Bündnis“ in Berlin und bezeichnete das Ergebnis als Warnung an „jeden konservativ-freiheitlichen Wähler“. Mit dem „Unsinn der Brandmauer“ müsse Schluss sein.

Besonders erfreut zeigte sich Weidel über das Abschneiden ihrer Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Das Ergebnis freue die AfD „ganz gewaltig“. Daraus leitete sie zugleich eine Forderung auf Bundesebene ab: Bundeskanzler Friedrich Merz sei aus Sicht der AfD „nicht mehr zu halten“.

18.25 Uhr: Eralp verweist auf ihre Migrationsgeschichte

Elif Eralp hält ihre Siegerrede: „Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen es zu einem besseren Ort“, ruft Elif Eralp den jubelnden Anhängern zu. „In unserer Stadt haben die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen.“ Es sei eigentlich „nicht vorgesehen, dass jemand wie du oder ich Bürgermeisterin“ werde, sagt die in München gebürtige Spitzenkandidatin, die damit ihren türkische Migrationsgeschichte meint. „Aber wir haben alle Geschichte geschrieben.“ Dann ruft Eralp einige Worte auf Türkisch in den Saal, der erneut in Jubel ausbricht. Die Linke werde die Stadt nicht „den Faschisten, den Rechtsextremen, die uns spalten“ überlassen. Ihr Versprechen: „Wir werden das Rote Rathaus mit den Menschen gemeinsam verändern.“

Den Wahlerfolg schreibt Eralp ausdrücklich auch Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu. Sie spricht von den „vielfältigen Menschen“, die teils schon vor Jahrzehnten nach Berlin gekommen seien und „deren Biografien entwertet“ worden seien. Auch mit ihnen habe die Linke diesen Erfolg erreicht: „Mit allen gemeinsam haben wir gewonnen.“ Gegen Ende ihrer Rede spricht sie erneut einige Worte auf Türkisch.

18.20 Uhr: BSW bejubelt 5-Prozent-Prognose

Erst höhnische Freude über die 5 Prozent der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, dann gleich zweimal explosiver Jubel: Das BSW erreicht laut der ersten Prognose in beiden Bundesländern genau die 5-Prozent-Hürde. Man liegt sich in den Armen und skandiert die Buchstaben der Partei. Alexander King nimmt auf der Bühne einen Blumenstrauß entgegen, freut sich, warnt jedoch auch: Man wisse noch nicht, ob man über oder unter der Hürde liegen werde.

Alexander Kin, Spitzenkandidat des Berliner BSW  feiert mit Generalsekretär Oliver Ruhnert (v.l.) auf der Wahlparty die Prognose von 5 Prozent.

Alexander Kin, Spitzenkandidat des Berliner BSW  feiert mit Generalsekretär Oliver Ruhnert (v.l.) auf der Wahlparty die Prognose von 5 Prozent.

© Michael Bahlo/dpa

18.20 Uhr: Polizeigewerkschafter entsetzt

„Das ist ein Ergebnis, das mir als Polizist Sorgen macht“, sagte der Berliner Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Frank Teichert, der Berliner Zeitung. „Die Linke ist mit weniger Polizei, weniger Befugnissen und dem Ende von Waffenverbotszonen angetreten – und bekommt dafür heute offensichtlich starken Rückhalt. Gerade bei der Gewalt, die unsere Kolleginnen und Kollegen auf Berlins Straßen erleben, halte ich diesen Weg für falsch.“. Der Polizeigewerkschafter weiter: „Wer künftig regiert, muss wissen: An der Sicherheit dieser Stadt darf nicht gespart werden, aber genau das steht im Wahlprogramm der Linken.“

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, erklärt: „Für uns als GdP ist es essentiell, dass die Innere Sicherheit im Fokus steht und wichtige Weichenstellungen im Koalitionsvertrag verankert sind. Das sollte schon in den Koalitionsgesprächen von jeder potenziellen Regierungspartei deutlich kommuniziert werden. Wir haben unsere zentralen Punkte vorgelegt und unsere Unterstützung angeboten. Jedem muss klar sein: Ohne Sicherheit ist letztlich auch in der Hauptstadt alles nichts.“

18.18 Uhr: Merz kündigt Fortsetzung des Reformkurses als Kanzler und CDU-Chef an

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nach der Berlin-Wahl hinter CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gestellt. Dieser habe sich in einer „sehr schwierigen Situation“ befunden. „Er hat die CDU zu einem ordentlichen Ergebnis geführt“, sagte Merz.

Der CDU-Chef weitete seine Stellungnahme zu einer grundsätzlichen Warnung aus. „Wir alle sorgen uns gemeinsam um die Zukunft“, sagte er. Das Vertrauen in die staatlichen Institutionen sinke und werde „von radikalen Parteien von links und rechts untergraben“.

Merz bekannte sich zugleich zu seinem Reformkurs. „Ich möchte, dass unser Land wieder ein Land des Aufbruchs wird“, sagte er. „Ich übernehme diese Verantwortung.“ Die geplanten Reformen seien „das Mittel gegen das autoritäre Gift“.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf einer Bühne im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Der CDU-Chef kündigt Reformen an.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf einer Bühne im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Der CDU-Chef kündigt Reformen an.

© Michael Kappeler/dpa

18.14 Uhr: Dröhnendes Schweigen bei der CDU

Betretenes Gewisper bei der CDU im Festsaal des Berliner Abgeordnetenhauses. Keine Regung in den Gesichtern, als die wie zu erwartende Prognose für Berlin mit 20,0 Prozent der Forschungsgruppe Wahlen über die Bildschirme flackerte. Dröhnendes Schweigen, als die Prognose mit 5,0 Prozent für MV bekannt wurde. Weniger die Zukunft von Spitzenkandidat Evers und der Berliner CDU beschäftigte wohl nun die meisten hier im Raum als vielmehr das Schicksal von Kanzler Friedrich Merz.

18.10 Uhr: Linke jubelt und macht sich über Gegner lustig

Freudenstimmung bei der Linken. Der Festsaal Kreuzberg hat sich inzwischen gefüllt. Auf der Bühne läuft bereits das Programm – und die Moderatoren machen sich über die politischen Gegner und Warnungen vor der Linken lustig. Tweets werden vorgelesen, in denen von Hamas und Islamismus die Rede ist oder davor gewarnt wird, Berlin könne unter der Linken „sozialistisch“ werden. Im Saal sorgt das für Jubel und Gelächter. Auch ein CDU-Wahlplakat von Stefan Evers muss herhalten. Die Moderatoren holen dafür sogar Goethe aus der deutschen Geistesgeschichte hervor – ausdrücklich, damit Evers „mal richtig Deutsch lernen kann“. Jetzt warten alle auf 18:00 Uhr und damit die erste Prognose.

18.05 Uhr: Wahlbeteiligung liegt bei 75 Prozent

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus wird eine hohe Wahlbeteiligung verzeichnet. Sie lag bei 75 Prozent.

18 Uhr: Prognose sieht Linke vorn

Die Linke hat laut der ersten Prognose die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen. Sie liegt mit 24,5 Prozent vor der CDU (20 Prozent), der AfD (16,0) den Grünen (15,0) und der SPD (12. Prozent). Das BSW könnte den Einzug ins Abgeordnetenhaus (5 Prozent) schaffen.

17.50 Uhr: Freudenstimmung bei der Linken

Der Festsaal Kreuzberg hat sich inzwischen gefüllt. Auf der Bühne läuft bereits das Programm – und die Moderatoren machen sich über die politischen Gegner und Warnungen vor der Linken lustig. Tweets werden vorgelesen, in denen von Hamas und Islamismus die Rede ist oder davor gewarnt wird, Berlin könne unter der Linken „sozialistisch“ werden. Im Saal sorgt das für Jubel und Gelächter. Auch ein CDU-Wahlplakat von Stefan Evers muss herhalten. Die Moderatoren holen dafür sogar Goethe aus der deutschen Geistesgeschichte hervor – ausdrücklich, damit Evers „mal richtig Deutsch lernen kann“. Jetzt warten alle auf 18:00 Uhr und damit die erste Prognose.

17.40 Uhr: BLZ-Chefredakteur Moritz Eichhorn live bei Phoenix

Der Chefredakteur der Berliner Zeitung, Moritz Eichhorn, äußert sich kurz vor der Veröffentlichung der ersten Prognosen im Fernsehsender Phoenix zu den Wahlen in Berlin. Verfolgen Sie seine Einschätzungen im Livestream:

17.34 Uhr: Merz gibt um kurz nach 18 Uhr Statement ab

Der Festsaal im Berliner Abgeordnetenhaus füllt sich nun mit Abgeordneten und Gästen der CDU-Fraktion. Die Scheinwerfer der TV-Sender erstrahlen und die ersten Vorberichte gehen übers Land. Um Punkt 18 Uhr wird die erste Prognose bekanntgegeben. Spitzenkandidat Stefan Evers ist noch nicht in Sicht. Weiß er schon mehr über die Wahl-Prognose? Im Konrad-Adenauer-Haus tagt inzwischen das CDU-Präsidium. Angeblich will Kanzler Friedrich Merz kurz nach 18 Uhr eine Erklärung abgeben, berichtet die Bild-Zeitung.

17.30  Uhr: Verlorene Seelen im Saal bei der SPD

Grelle Frisuren, hohe Plateauschuhe, schräge Kleidung. Nach dem Regenguss wirken die Besucher des RAW-Geländes in Friedrichshain wie verlorene Seelen. So gesehen ist das Astra-Kulturhaus, das zu dem chaotisch wirkenden Veranstaltungskomplex abseits der Warschauer und Revaler Straße gehört, ein guter Ort für den Wahlabend der SPD Berlin.
Die einst so stolze Regierungspartei, die 1963 bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 61, 9 Prozent der Wählerstimmen errang und noch bis vor wenigen Jahren auf den Spitzenplatz abonniert war, rangierte bei Umfrage zuletzt abgeschlagen auf Platz 5.
Gegen 17.30 Uhr ist der Saal gerade mal halb gefüllt. „Wieder Power“ steht auf den Traubenzucker-Päckchen, die auf den Stehtische liegen. Die SPD kann es brauchen.

17.25 Uhr: Wahlbeteiligung deutlich höher als im Jahr 2023

Bis 16 Uhr haben 952.936 Berlinerinnen und Berliner in einem Wahllokal ihre Stimme abgegeben. Unter Berücksichtigung der ausgestellten Wahlscheine lag die Wahlbeteiligung bei 58,2 Prozent, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Im Jahr 2023 waren es zu diesem Zeitpunkt 48,8 Prozent.

Am höchsten war die Beteiligung in Steglitz-Zehlendorf mit 61,4 Prozent. Spandau und Neukölln verzeichneten mit jeweils 54,4 Prozent die niedrigsten Werte.

17.21 Uhr: Brinker äußert sich zu Razzia bei Mitarbeiter

AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker hat sich am Wahlsonntag im Abgeordnetenhaus zur Durchsuchung bei einem Mitarbeiter geäußert. „Wir warten die Ermittlungen ab“, sagte sie. „Ich kann mich über meine Mitarbeiter nicht beschweren.“ Spekulieren wolle sie nicht.

Bei der Durchsuchung waren Medienberichten zufolge unter anderem NS-Devotionalien gefunden worden. Brinker sagte, sie könne über den Mitarbeiter „nichts Negatives sagen“. Dass der Fall einen Tag vor der Wahl bekannt wurde, nannte sie irritierend.

17.08 Uhr: BSW hofft im Starkregen auf den Einzug ins Abgeordnetenhaus

Eine Stunde vor der ersten Hochrechnung hat die „BSW-Friedens-Wahlparty“ im Biergarten Jockel begonnen. Pünktlich zieht Starkregen über die Location, man rettet sich unter die Sonnenschirme und in den kleinen Saal, in dem die Presse schon aufgebaut ist.

Gleich entscheidet sich, ob die Wählenden das BSW in Berlin heute Abend im Regen stehen lassen. Nachdem mehrere Umfragen das Bündnis knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde verorteten, gab man schlicht seine eigene Umfrage in Auftrag, laut der man ins Abgeordnetenhaus einzieht. Klar ist: Es dürfte knapp werden.

16.51 Uhr: Linken-Kandidat ruft zur „Wahlintifada“ auf

Ein Kandidat der Linken hat in Neukölln am Wahltag zu einer „Wahlintifada“ aufgerufen. Basem Said, der auf Listenplatz sechs für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) antritt, veröffentlichte den Aufruf am Sonntag auf Instagram – gemeinsam mit dem Palästina-Aktivisten Majed Abusalama. „Salam Neukölln. Heute ist eine Wahlintifada“, beginnt der Beitrag. „Steht auf für unsere Kinder, unsere Gemeinschaften und unsere Zukunft.“ Es folgt der Aufruf, Die Linke zu wählen. Das arabische Wort Intifada bedeutet Aufstand, geprägt hat es vor allem die palästinensischen Erhebungen gegen Israel seit Ende der 1980er-Jahre.

Scharf greift der Post die Konkurrenz an: SPD, CDU und Grüne setzten „den gleichen rassistischen Konsens“ durch, hätten „eine anti-arabische Dämonisierung normalisiert“ und „den Genozid aktiv unterstützt“. Said war früher im Vorstand der Neuköllner Grünen und in deren Arbeitsgemeinschaft Migration und Flucht aktiv. Sein Wahlkampfslogan: „Für Neukölln. Für Migration. Für Palästina.“ Zuerst berichtet hatte Welt.

Basem Said tritt auf Listenplatz 6 für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) an.

Basem Said tritt auf Listenplatz 6 für die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) an.

© Achille Abboud/imago

16.45 Uhr: Die ersten CDUler treffen im AGH ein

Gefasst, aber gut gelaunt treffen die ersten CDU-Funktionäre im Abgeordnetenhaus ein. Viel zu gewinnen gibt es hier heute nicht. Nach Wegners Abgang pendelte sich die CDU in den Umfragen bei gut 20 Prozent ein – etwas besser als vor fünf Jahren, weit unter den 28,2 Prozent der Nachwahl 2023. „Wahlparty“ wollte man das Treffen deshalb nicht nennen.

Als Trostpflaster gibt es für Stefan Evers und seine Gäste Kürbissuppe, Currywurst, Buletten, Leberkäse mit Kartoffelsalat, Mini-Wraps, Bruschetta – zum Dessert Panna Cotta und Brownies. Dazu viele Kaltgetränke. Dafür lässt man auch mal ein paar Prozentpunkte liegen.

Guten Appetit wünscht sicher auch Friedrich Merz, vor wenigen Minuten im Konrad-Adenauer-Haus eingetroffen. Zwei Kilometer Luftlinie entfernt berät der Kanzler ab 17 Uhr mit dem CDU-Präsidium über die Strategie der Union – und über seine Zukunft.

16.40 Uhr: Linke hofft im Saalbau Kreuzberg auf historischen Wahlsieg

Noch ist es geschäftig im Saalbau Kreuzberg: Kamerapodeste stehen, Presseplätze belegt, Technik läuft. Ab 16.30 Uhr werden Mitglieder und Gäste der Berliner Linken erwartet – und mit ihnen die Frage, auf die dieser Wahlkampf zugelaufen ist: Reicht es für Platz eins? Vor dreieinhalb Jahren wäre das absurd gewesen. 2023 kam die Linke auf 12,2 Prozent, vierter Platz, weit hinter der CDU. Die jüngste ZDF-Umfrage sieht sie bei 22 Prozent – knapp vor den Christdemokraten. Dann könnte mit Elif Eralp erstmals eine Linke ins Rote Rathaus einziehen. Ein Selbstläufer ist auch das nicht: Regieren kann sie nur mit SPD und Grünen.

Dass der Abend so beginnt, ist die eigentliche Überraschung. Im Wahlkampf stand die Partei wiederholt wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus in der Kritik – aus der jüdischen Gemeinschaft wie von politischen Gegnern. Im Saalbau wird davon heute wenig zu hören sein. Um 18 Uhr zeigt sich, ob es sie Stimmen gekostet hat. Die Berliner Zeitung berichtet live aus dem Saalbau Kreuzberg.

16.07 Uhr: So läuft der Wahlabend

Nach Schließung der Wahllokale beginnt die öffentliche Auszählung per Hand. Die Wahlvorstände melden ihre Ergebnisse zunächst an die Bezirkswahlämter, die sie zusammenführen und an die Landeswahlleitung weitergeben.

Um 18 Uhr wird die erste Prognose veröffentlicht. Sie basiert auf anonymen Nachwahlbefragungen vor 180 Berliner Wahllokalen und ist noch kein Ergebnis. Im Laufe des Abends folgen Hochrechnungen, in die bereits ausgezählte Stimmen einfließen. Je mehr amtliche Teilergebnisse vorliegen, desto genauer werden sie.

Das vorläufige Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl wird in der Nacht oder am Montagmorgen erwartet. Die BVV-Stimmen werden erst danach ausgezählt. Für die Bezirkswahlen gibt es weder Prognosen noch Hochrechnungen. Das amtliche Endergebnis stellt der Landeswahlausschuss gewöhnlich innerhalb von zwei Wochen fest.

16 Uhr: Große Unzufriedenheit in Schöneberg

Im Robert-Blum-Gymnasium in Schöneberg verläuft die Wahl nach Angaben einer Wahlhelferin friedlich. Vor dem Gebäude ist der Wunsch nach Veränderung dennoch deutlich zu spüren.

Ein Paar im Alter von 64 und 61 Jahren hat die FDP gewählt. Wahlplakate hätten die Entscheidung nicht beeinflusst, politische Berichte im Fernsehen dagegen schon. Beide empfinden Berlin als zunehmend kriminell und aggressiv. Besonders wichtig sind ihnen die Wohnungs- und Baupolitik sowie die Schulen. Ihr Wunsch: Die Stadt müsse wieder „in Balance“ kommen.

Schöneberg: Robert-Blum-Gymnasium

Schöneberg: Robert-Blum-Gymnasium

© Annamarie Heller/Berliner Zeitung

Ein 21-Jähriger entschied sich für die Linke. Die Wahlplakate habe er zwar wahrgenommen, einige hätten ihn jedoch eher abgeschreckt. Er fordert mehr Sozialpolitik und vor allem eine bessere psychotherapeutische Versorgung. Die Stimmung erlebt er als besorgt, zugleich spüre er eine gewisse politische Motivation.

Eine 46-Jährige nennt die Verteidigung der Demokratie als wichtigsten Grund für ihre Stimmabgabe. Die Stimmung empfindet sie als negativ. Was sich ändern müsse? Ihre knappe Antwort: „Reformen auf allen Ebenen.“

15.55 Uhr: Polizei entfernt Plakate rund um besonderes Wahllokal

An einem denkbar historischen Ort wählen heute Bürgerinnen und Bürger, die in der Nähe des Nordbahnhofs wohnen: Die Gedenkstätte Berliner Mauer beherbergt in ihrem Besucherzentrum in der Bernauer Straße 119 die Wahllokale 110 und 111.

Laut einem Wahlhelfer gebe es keine Auffälligkeiten, allerdings muss die Polizei am Nachmittag anrücken und mit einer Leiter etliche Wahlplakate entfernen. Im Umkreis von 30 Metern darf keine Parteiwerbung zu sehen sein.

Polizisten rückten am Nachmittag in Mitte an, um Wahlplakate rund um die Wahllokale in der Gedenkstätte Berliner Mauer zu entfernen.

Polizisten rückten am Nachmittag in Mitte an, um Wahlplakate rund um die Wahllokale in der Gedenkstätte Berliner Mauer zu entfernen.

© Matthias Zachel/Berliner Zeitung

15.28 Uhr: Schlösser verklebt – Wahllokal in Schöneberg beschädigt

Unbekannte haben eine Sporthalle an der Monumentenstraße in Schöneberg beschädigt, in der an diesem Sonntag zwei Wahllokale untergebracht sind. Nach Angaben der Wahlvorsteherin Eva Dingel war die Eingangstür mit dem weiß aufgesprühten und durchgestrichenen Wort „Wahl“ beschmiert worden. Außerdem hatten die Täter die Türschlösser mit Sekundenkleber verklebt.

An einer Wand stand zudem das Wort „Widerstand“. Der Schriftzug wurde noch am Morgen entfernt. Als Dingel eintraf, war die vom Hausmeister alarmierte Polizei bereits vor Ort. Ein Schlüsseldienst benötigte rund 20 Minuten, um die verklebten Schlösser aufzubohren.

15.25 Uhr: Zahlreiche bekannte Abgeordnete vor dem Abschied

Knapp ein Viertel der 159 Berliner Abgeordneten wird dem nächsten Parlament nicht mehr angehören. Die meisten haben sich selbst gegen eine weitere Amtszeit entschieden, andere wurden von ihren Parteien nicht erneut aufgestellt.

Zu den prominentesten Namen zählen Andreas Geisel (SPD), Matthias Kollatz (SPD) und Klaus Lederer (parteilos, früher Linke).

Eng werden könnte es auch für die frühere Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD): Holt sie im Wahlkreis Neukölln 6 kein Direktmandat, verpasst sie den Einzug ins Abgeordnetenhaus. Über die Bezirksliste ist sie nicht abgesichert.

Franziska Giffey (SPD) verabschiedet sich aus dem Abgeordnetenhaus.

Franziska Giffey (SPD) verabschiedet sich aus dem Abgeordnetenhaus.

© Britta Pedersen/dpa

15.21 Uhr: Wählerin in Friedrichshain: „Damit nicht die AfD gewinnt“

„Damit nicht die AfD gewinnt“, antwortet Susanne auf die Frage, warum sie vor der Georg-Friedrich-Händel-Schule in Friedrichshain ihre Stimme abgegeben hat. Bei den Sachthemen nennt die 59-Jährige vor allem die hohen Berliner Mieten. Zur Vorbereitung habe sie wie bei früheren Wahlen den Wahl-O-Mat genutzt. Wenn möglich, wählt Susanne persönlich im Wahllokal. Zweifel an der Sicherheit der Briefwahl bezeichnet sie als „Fake News“. Umso fassungsloser sei sie über die Pannen im Jahr 2021 gewesen, als in einigen Wahllokalen Stimmzettel fehlten.

Die bislang hohe Beteiligung in Berlin führt sie auch auf den starken AfD-Wahlausgang in Sachsen-Anhalt zurück. Dort hatte die AfD bei der Landtagswahl beinahe eine Mandatsmehrheit im Parlament geholt. Für Susanne steht fest: „Es gibt eine Pflicht zu wählen. Wer nicht wählen geht, darf sich nicht beschweren.“

15.10 Uhr: Polymarket sieht Linke als klare Favoritin

Auf dem Prognosemarkt Polymarket gilt die Linke derzeit als klare Favoritin für den Wahlsieg in Berlin. Aus den aktuellen Handelspreisen ergibt sich für sie eine Wahrscheinlichkeit von rund 67 Prozent, stärkste Kraft zu werden. Die CDU folgt mit 31 Prozent. Die Chancen der AfD werden mit drei Prozent, die der Grünen mit einem Prozent bewertet. Die Werte beruhen auf Wetteinsätzen der Polymarket-Nutzer, sind keine Wahlumfrage und können sich bis zum Wahlschluss stark verändern.

Wird die Linke bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen 2026 die meisten Sitze gewinnen?
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14.40 Uhr: Sorge vor der AfD treibt Kreuzberger zur Wahl

Auch in der Fanny-Hensel-Grundschule im Westen Kreuzbergs herrscht reger Andrang. Viele junge Paare und Familien kommen zur Stimmabgabe. Für einen 25-Jährigen ist es die erste Wahl überhaupt. Besonders intensiv habe er sich zuvor nicht mit Politik beschäftigt, Gespräche im Freundeskreis hätten ihn aber zum Wählen bewegt. Seine wichtigste Motivation: „Hauptsache, ich komme vorbei und wähle nicht die AfD.“ Seine Erststimme gab er dem BSW, seine Zweitstimme den Grünen. Er fordert eine „vernünftige Nahostpolitik“ und eine sichere Rente. Sein 22-jähriger Freund ergänzt: „Weniger Steuern. In Deutschland arbeitet man zu viel für zu wenig Geld.“

Auch ein zweifacher Vater stimmt erstmals bei einer deutschen Wahl ab. Der gebürtige Mexikaner wurde vor rund einem Jahr eingebürgert. Er wählte Volt, weil die Partei aus seiner Sicht am stärksten für digitale Innovation steht. Deutschland dürfe nicht nur sparen, sondern müsse mehr in Wachstum investieren. Zur Wahl zu gehen, sei ihm auch wegen des AfD-Erfolgs in Sachsen-Anhalt wichtig gewesen: Diesen empfinde er als „sehr schlimm“.

14.05 Uhr: Wahlbeteiligung höher als im Jahr 2023

Bis 12 Uhr haben 448.072 Berlinerinnen und Berliner in einem Wahllokal ihre Stimme abgegeben. Unter Berücksichtigung der ausgestellten Wahlscheine entsprach dies einer Wahlbeteiligung von 27,9 Prozent, wie der Landeswahlleiter mitteilte. Bei der Wahl im Jahr 2023 waren es zum gleichen Zeitpunkt 23,4 Prozent.

Am höchsten war die Beteiligung in Treptow-Köpenick mit 30,5 Prozent, am niedrigsten in Mitte mit 24,8 Prozent. Die Wahl in den 2542 Wahllokalen verlief nach Angaben des Landeswahlleiters bislang ruhig.

Die Wahlbeteiligung lag um 12 Uhr bei 27,9 Prozent in Berlin.

Die Wahlbeteiligung lag um 12 Uhr bei 27,9 Prozent in Berlin.

© Christoph Soeder/dpa

13.42 Uhr: „Bei mir haben die großen Parteien alle verschissen“

Vor der Carl-Bolle-Grundschule in Moabit verlief der Wahlsonntag ruhig. Die Schule war bundesweit bekannt geworden, nachdem der homosexuelle Lehrer Oziel Inácio-Stech von Anfeindungen und Mobbing durch Schüler berichtet hatte.

Vor dem Wahllokal

Vor dem Wahllokal

© Jana Hermann/Berliner Zeitung

Eine langjährige Moabiterin sagte, sie habe „konservativ“ gewählt, vermutlich CDU. Mit den großen Parteien habe sie weitgehend abgeschlossen, die AfD sei ihr „zu dumm“, die Linke komme wegen ihrer Haltung zum Islam nicht infrage. Eine etwa 18-Jährige gab an, die Grünen gewählt zu haben – wegen Mobilität und Klimawandel. Auch ihre Freunde hätten grün gewählt.

Eine 65-jährige gebürtige Moabiterin sagte, sie wähle „schon immer SPD“. AfD und Linke schloss sie aus – letztere wegen Antisemitismus-Vorwürfen.

13.40 Uhr: Gespaltene Stimmung in Biesdorf

Vor der Grundschule am Fuchsberg in Biesdorf zeigten Wählerinnen und Wähler ein politisch gemischtes Bild. Eine 58-Jährige gab an, die AfD gewählt zu haben – sie empfinde die Stimmung in Berlin als schlecht und leide unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Ein 45-Jähriger stimmte für die CDU, weil sie über das meiste „Know-how“ verfüge. Ihm sei vor allem Sicherheit wichtig, die Polizei brauche mehr Befugnisse.

Ein 48-Jähriger sagte, er habe „links-grün“ gewählt, um einen Erfolg der AfD zu verhindern. Eine 18-Jährige verteilte ihre Stimmen auf Grüne und SPD und wünscht sich mehr Umweltschutz sowie eine sozialere Politik.

13.36 Uhr: Wegner hofft auf eine Koalition der Mitte

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) rechnet mit einer hohen Wahlbeteiligung. „Ich glaube, dass viele Menschen wählen gehen und am Ende des Tages die Radikalen nicht gestärkt werden, sondern wirklich die Mitte", sagte er bei seiner Stimmabgabe in der Grundschule Ritterfeld. Er hoffe auf „stabile Verhältnisse“ und eine Regierungskoalition, die den „Kurs der Mitte“ fortsetze.

Kai Wegner (CDU, r), Regierender Bürgermeister von Berlin, und seine Partnerin Katharina Günther-Wünsch (CDU), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie von Berlin, kommen zur Stimmabgabe in ihr Wahllokal in der Grundschule Ritterfeld.

Kai Wegner (CDU, r), Regierender Bürgermeister von Berlin, und seine Partnerin Katharina Günther-Wünsch (CDU), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie von Berlin, kommen zur Stimmabgabe in ihr Wahllokal in der Grundschule Ritterfeld.

© Katharina Kausche/dpa

Wegner selbst tritt nicht erneut als Regierungschef an. Er hatte im Juli auf die Spitzenkandidatur verzichtet, nachdem er beim großen Stromausfall Anfang des Jahres im Berliner Südwesten falsche Angaben über sein Krisenmanagement gemacht hatte und deshalb anhaltend in der Kritik stand. Als CDU-Spitzenkandidat führt nun Finanz- und Kultursenator Stefan Evers die Partei in die Wahl.

13.31 Uhr: Kristin Brinker gibt ihre Stimme ab

Kristin Brinker (AfD) geht wählen.

Kristin Brinker (AfD) geht wählen.

© Ralf Hirschberger/AFP

13.27 Uhr: „SPD hat keine Antworten mehr“

Vor der Anne-Frank-Schule in Tiergarten verlief der Wahlbetrieb nach Angaben der Wahllokalleiterin gegenüber der Berliner Zeitung ruhig und ohne Zwischenfälle.

Die Studentin Rubi Hirsch sagte dieser Redaktion, sie habe Die Linke gewählt – entscheidend seien ihre Zukunft und dass sich die Partei „aktiv gegen den Rechtsruck“ stelle. Ein weiterer Wähler entschied sich für die Grünen wegen Klimawandel und sozialer Fragen. Zuvor habe er SPD gewählt, doch die habe „keine Antworten mehr“ auf die Bedürfnisse der Bürger. Er beobachte eine Zuspitzung sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite.

Vor der Anne-Frank-Schule in Tiergarten

Vor der Anne-Frank-Schule in Tiergarten

© Jana Hermann

Ein weiterer Grünen-Wähler nannte die Verkehrspolitik als wichtigstes Thema. Die AfD komme für ihn „auf keinen Fall“ infrage.

13.22 Uhr: Stefan Evers wählt

Stefan Evers (CDU), Berliner Senator für Finanzen und Kultur, sowie CDU-Spitzenkandidat und kommissarischer Landesvorsitzender, gibt im Wahllokal in der Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain seinen Stimmzettel ab.

Stefan Evers (CDU), Berliner Senator für Finanzen und Kultur, sowie CDU-Spitzenkandidat und kommissarischer Landesvorsitzender, gibt im Wahllokal in der Emanuel-Lasker-Schule in Berlin-Friedrichshain seinen Stimmzettel ab.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

13.09 Uhr: Wahlpanne in Marzahn

An der Wilhelm-Busch-Grundschule in Marzahn begann der Wahltag mit Problemen. Weil das Gebäude zunächst nicht aufgeschlossen war, wurden Wahlurnen draußen aufgestellt und Sichtschutzkabinen aus Kartons improvisiert. Anschließend fehlten die Wahlunterlagen in einem der beiden Gebäude des Wahllokals, sodass dort vorübergehend keine Stimmen abgegeben werden konnten.

Aufgrund einer Panne musste vor der Schule gewählt werden.

Aufgrund einer Panne musste vor der Schule gewählt werden.

© Alexandra Gretschichin/Berliner Zeitung

Einige Wartende reagierten ungehalten und warfen den Wahlhelfern ohne Belege Wahlbetrug vor. Nachdem die Unterlagen in das zweite Gebäude gebracht worden waren, lief die Wahl regulär weiter.

12.51 Uhr: Auch in der Moschee wird gewählt

In Berlin-Pankow stimmten Wähler auf dem Gelände der Khadija-Moschee ab. Es sei „eine Art der demokratischen Neutralität oder der demokratischen Normalität, dass jetzt auch die Moschee als Wahllokal fungiert“, sagte Imam und islamischer Theologe Scharjil Khalid der Deutschen Presse-Agentur. Das Wahllokal sei ein Zeichen, dass Islam und Muslime zu Berlin und Deutschland gehörten.

Imam Scharjil Khalid steht auf dem Weg zum Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow

Imam Scharjil Khalid steht auf dem Weg zum Wahllokal auf dem Gelände der Khadija Moschee in Berlin-Pankow

© Christoph Soeder/dpa

In sozialen Medien gab es laut Khalid auch Kritik. Kritiker forderten eine klare Trennung von Staat und Religion. Der Imam verwies darauf, dass ebenso Kirchen und andere christliche Räume als Wahllokale genutzt würden.

Der Leiter des Bezirkswahlamts Pankow, Marc Albrecht, hatte vor der Wahl erklärt, neben muslimischen würden auch christliche und jüdische Gemeinderäume genutzt. „Wir brauchen viele Wahllokale. Wir stehen für einen vielfältigen Bezirk und haben daher auch Wahllokale in vielfältigen Objekten“, sagte Albrecht.

12.10 Uhr: Am Boxhagener Platz wird auf Die Linke angestoßen

Am Flohmarkt am Boxhagener Platz

Am Flohmarkt am Boxhagener Platz

© Sven Versteegen/Berliner Zeitung

Auf dem Flohmarkt am Boxhagener Platz gibt es Pfeffi Shots. „Aber bisher wollten die ganzen Spießer keinen“, sagt Emmi, die einen „FCK MRZ“-Pullover trägt. Angestoßen wird auf die Linkspartei. Bis 18 Uhr brauche man Prozente.

11.22 Uhr: Anti-AfD-Graffiti und verspätete Hausmeister

An einigen Berliner Wahllokalen sind nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler Graffitis und Schmierereien mit Aufrufen gegen die AfD festgestellt worden. Diese seien nach Möglichkeit entfernt worden, sagte Bröchler der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst nannte er zwei Fälle im Ortsteil Steglitz.

Ansonsten sei der Wahlbetrieb ruhig angelaufen, sagte Bröchler rund zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale. In Steglitz habe sich lediglich ein Hausmeister verspätet.

11.18 Uhr: Wählen mit Krach

Steffen Krach, Spitzenkandidat der Berliner SPD und Landesvorsitzender der SPD Berlin, wählt im Wahllokal in der Werbellinsee-Grundschule in Tempelhof-Schöneberg.

Steffen Krach, Spitzenkandidat der Berliner SPD und Landesvorsitzender der SPD Berlin, wählt im Wahllokal in der Werbellinsee-Grundschule in Tempelhof-Schöneberg.

© Christoph Soeder/dpa

11.05 Uhr: In Berlin wird sich „sowieso nichts ändern“

Das gegenwärtige Parteiensystem sei keine Lösung mehr – in diesem Wahllokal in der Wartenberger Straße in Lichtenberg-Hohenschönhausen macht sich ein älteres Ehepaar Luft. In Berlin werde sich „sowieso nichts ändern“, zur Wahl gehen sie trotzdem.

Eine Frau Mitte 30 hat ihre Wahlentscheidung mithilfe von KI getroffen, erzählt sie. Sie ließ dabei ChatGPT recherchieren, wie die Parteien in einzelnen Fragen abgestimmt haben, und glich die Ergebnisse mit ihren eigenen Wertvorstellungen ab. Wahlkampfversprechen seien für sie nämlich weniger wichtig als das Abstimmungsverhalten während einer Legislaturperiode.

Dmitriy Nay (23) entschied sich für Die Linke, denn bei einem späteren Auszug wolle er nicht 1500 Euro Warmmiete zahlen müssen.

11.02 Uhr: Politische Bekenntnisse im Wahllokal nicht erlaubt

Die Berliner Landeswahlleitung hat darauf hingewiesen, dass bei der Stimmabgabe im Wahllokal keine politischen Bekenntnisse erlaubt sind. „Wahllokale sind kein Ort parteipolitischer Manifestationen“, sagte Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Das gelte im Übrigen nicht nur für Wählerinnen und Wähler, sondern auch für die Wahlhelfer im Wahllokal.

Als politische Manifestationen können etwa Äußerungen zugunsten einer Partei, aber auch Plakate, Kleidungsstücke, Aufkleber oder Symbole gewertet werden. Betreffende können des Wahllokals verwiesen werden.

10.45 Uhr: Im Rathaus Weißensee – „Plakate hätte man sich sparen können“

Vor dem Wahllokal im Rathaus Weißensee zeigt sich ein gespaltenes, pessimistisches Stimmungsbild. Viele Befragte entschieden sich schon früh. Ein 60-Jähriger fordert mehr Sauberkeit und Politik weiter links. Ein 70-Jähriger wählte Die Linke und sieht hohe Mieten sowie Spritpreise als Priorität. Auch ein 65-jähriger Rentner stimmte links; er sorgt sich wegen steigender Wohnkosten und sieht die Stimmung „an der Grenze“.

Ein 50-jähriges Ehepaar wählte die AfD. Ein 30-Jähriger orientierte sich am Wahl-O-Mat (SPD/Grüne) und nennt ebenfalls den Wohnungsmarkt als Hauptproblem. Ein 40-jähriger Ex-CDU-Wähler entschied sich für das BSW und fordert soziale Verbesserungen sowie Wirtschaftskooperationen. Eine 35-Jährige setzt auf Bildung, Gesundheit, Pflege, Integration und Existenzsicherung. Sie kritisiert Debatten über Frauen in der Bundeswehr sowie Kanzler Friedrich Merz.

Trotz des Andrangs blieb es im Wahllokal friedlich, so eine Wahlhelferin.

Vor dem Wahllokal im Rathaus Weißensee

Vor dem Wahllokal im Rathaus Weißensee

© Annamarie Lucie Heller/Berliner Zeitung

10.41 Uhr: 1100 zusätzliche Polizisten sichern die Wahl ab

Die Berliner Polizei sichert die Wahlen in Berlin mit rund 1100 zusätzlichen Einsatzkräften ab. Die Polizistinnen und Polizisten sind stadtweit unterwegs, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wie die Behörde auf der Plattform X mitteilte.

Es gehe um den Schutz der insgesamt mehr als 2.500 Wahllokale, des Abgeordnetenhauses und der Regierungsgebäude, wie ein Sprecher sagte. Polizisten achteten dabei auch darauf, dass es im Umfeld von Wahllokalen keine unzulässige Beeinflussung gebe. Nach dem Landeswahlgesetz sind beispielsweise in einem Radius von 30 Metern keine größeren Kundgebungen vor Wahllokalen zugelassen.

10.35 Uhr: Insgesamt drei Kreuze - worüber Berlin abstimmt

Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus haben Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen. Diese können sie erstmals auf einem Stimmzettel statt auf zweien abgeben. Mit der Erststimme wählen sie ihren Direktkandidaten in einem der 78 Wahlkreise. Mit der Zweitstimme wählen sie eine Landes- oder Bezirksliste einer Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im Parlament. Dieses besteht regulär aus 130 Abgeordneten. Aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate 159. Für die Bezirksverordnetenversammlung haben Wähler eine Stimme.

10.25 Uhr: Mit den Spitzenkandidaten im Wahllokal

In Berlin geben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimme bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus ab. Gut gelaunt erschien Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf kurz nach 9 Uhr im Wahllokal Tempelhof-Schöneberg. Lachend warf er seinen Stimmzettel in die Urne und strahlte in die Kameras.

Werner Graf, Spitzenkandidat der Grünen

Werner Graf, Spitzenkandidat der Grünen

© Annette Riedl/dpa

Umfragen sagen ein knappes Rennen um das Rote Rathaus voraus. In den jüngsten Erhebungen lieferten sich die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp und die CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es folgten AfD, Grüne und die SPD. Auf dieser Grundlage wären nur noch Dreierbündnisse möglich, bei denen die Grünen jeweils dabei wären.

10.15 Uhr: Vor dem Wahllokal in Lichtenberg-Hohenschönhausen

Vor dem Wahllokal im BENN, Wartenberger Straße 24, in Lichtenberg-Hohenschönhausen, zeigt sich ein gemischtes Stimmungsbild. Wahlhelfer Hendrik H. (76) hatte sich früh entschieden: Er wählt die Grünen, weil ihm Klimaschutz, mehr Fahrradwege und der Schutz der Umwelt wichtig sind. Die Stimmung im Kiez beschreibt er als geteilt, aber überwiegend links.

Vor dem Wahllokal

Vor dem Wahllokal

© Alexandra Gretschichin/Berliner Zeitung

Christopher H. (33), Friedhofsgärtner, entschied sich für Die Linke. Ein Bekannter habe ihn noch einmal zum Nachdenken gebracht. Ausschlaggebend seien vor allem seine derzeitige Lebenssituation sowie die Themen Mieten, staatliche Unterstützung und Verkehrskosten gewesen. Er wünsche sich, dass sich „endlich etwas verändert“, räumt aber ein: „Ich kann nur meine Stimme abgeben und hoffen.“

9.25 Uhr: Linke-Kandidatin mit Botschaft auf Hebräisch

Im Wahlkampf ging es nicht zuletzt auch um das Thema Antisemitismus, ausgelöst durch einen Auftritt eines Rappers bei einer Veranstaltung von Die Linke-Neukölln. Martha Kleedörfer, Linke-Kandidatin im Wedding, richtet sich auf Hebräisch mit einem Wahlkampf-Video an die israelische Gemeinschaft in Berlin.

08.00 Uhr: Die Wahl in Berlin hat begonnen

In Berlin hat die Abgeordnetenhauswahl begonnen. Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 08.00 Uhr. Rund zweieinhalb Millionen Menschen sind in der Bundeshauptstadt bis 18.00 Uhr dazu aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Die Umfragen sagen ein enges Rennen zwischen der regierenden CDU und der oppositionellen Linken voraus.

Die Wahllokale haben geöffnet.

Die Wahllokale haben geöffnet.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Die Christdemokraten mit Spitzenkandidat Stefan Evers erreichten zuletzt 20 Prozent, die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp 20 bis 22 Prozent. Die Grünen kamen auf 15 bis 16 Prozent, die SPD lag bei zwölf Prozent. Beide Parteien könnten mitregieren, falls wie erwartet ein Dreierbündnis nötig werden sollte. Die AfD wurde in den Umfragen bei 18 Prozent gesehen.

Um den Einzug in das Abgeordnetenhaus zittern muss das BSW, das bei vier bis fünf Prozent lag. Die 2023 ausgeschiedene FDP wurde bei maximal drei Prozent gesehen.

07.33 Uhr: Erstmals dürfen Jugendliche ihre Stimme abgeben

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin dürfen zum ersten Mal Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Das war zuvor schon bei der Wahl zu den Bezirksverordnetenversammlungen und bei der Europawahl möglich. Bei der Wahl für das Landesparlament galt bisher ein Mindestaltalter von 18 Jahren.

Wahlberechtigt sind alle, die vor dem 21. September 2010 geboren sind, erklärte Berlins Landeswahlleiter Stephan Bröchler. Das gilt auch also auch für alle, die am Wahltag Geburtstag feiern. Nach den offiziellen Berliner Meldedaten dürfen an der Wahl zum Abgeordnetenhaus knapp 55.400 Jugendliche ab 16 teilnehmen - angesichts von insgesamt rund 2,5 Millionen Wahlberechtigten eine eher kleine Gruppe.

07.25 Uhr: Das sind die möglichen Koalitionen – auf Grundlage der aktuellen Umfragen

Voraussichtlich drei Parteien werden in Berlin über eine Regierungsbildung verhandeln müssen – und keine Konstellation wird ohne Kompromisse auskommen. Nach den jüngsten Umfragen liegt die Linke mit 22 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent, dahinter folgt die AfD mit 18 Prozent. Grüne und SPD kommen auf 15 beziehungsweise 12 Prozent, das BSW steht bei 4 Prozent und zittert um den Einzug ins Abgeordnetenhaus.

Rechnerisch reicht es für keine Zweierkoalition ohne die AfD, mit der keine der demokratischen Parteien koalieren will. Übrig bleiben also nur Dreierbündnisse. Ein Bündnis aus Linke, Grünen und SPD käme rechnerisch knapp zusammen und wäre die naheliegendste Option links der Mitte. Auch eine CDU-geführte Koalition mit Grünen und SPD wäre möglich, dürfte sich aber inhaltlich schwieriger gestalten als das linke Lager.

Verpasst das BSW den Einzug ins Abgeordnetenhaus, verschieben sich die Mehrheitsverhältnisse noch einmal zugunsten des Linksbündnisses.

Die möglichen Optionen können Sie auf Grundlage der aktuellen Umfragen in unserem Koalitionsrechner durchspielen:

05.44 Uhr: CDU-Präsidium versammelt sich schon am Sonntagnachmittag

Am Abend der wegweisenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin kommt am Sonntag (17.00 Uhr) in Berlin das CDU-Präsidium um den Bundesvorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz zu Beratungen im Konrad-Adenauer-Haus zusammen. Merz steht seit dem Debakel bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen, wo die CDU abgeschlagen hinter der AfD landete, massiv unter Druck. Vereinzelt wurde zuletzt über seine Ablösung diskutiert.

Samstag, 19. September

20.06 Uhr: Berlin-Wahl: Senat so unbeliebt wie nie

Einen Tag vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus erreicht die Unzufriedenheit mit dem schwarz-roten Senat einen Rekordwert: Nur 20 Prozent der Berliner sind laut einer Infratest-Dimap-Umfrage für die ARD zufrieden mit der Landesregierung – der niedrigste Wert seit 2001.

Im Ländervergleich liegt Berlin damit auf dem letzten Platz. Auch die wirtschaftliche Lage der Stadt bewerten 75 Prozent als schlecht. Die Spitzenkandidaten sind vielen Wählern kaum bekannt.

18.25 Uhr: Vonovia äußert sich zu Enteignungsforderung der Linken

Vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag hat sich der Chef von Deutschlands größtem Wohnungskonzern Vonovia, Luka Mucic, in den Richtungswahlkampf um die Wohnungspolitik eingeschaltet – und die Forderungen nach Vergesellschaftung zurückgewiesen.

Die Linke fordert im Wahlkampf unter dem Motto „Berlin bezahlbar machen“ die Vergesellschaftung großer Konzerne und nennt Vonovia ausdrücklich. Die CDU von Spitzenkandidat Steffen Evers setzt dagegen auf „Bauen statt enteignen“ und warnt vor Kosten von mehr als 30 Milliarden Euro ohne eine einzige zusätzliche Wohnung.

„Ich glaube nicht, dass die Vergesellschaftung irgendeine Lösung des Problems bringt“, sagte Mucic. Nötig seien Rahmenbedingungen für mehr Neubau.

18 Uhr: Evers kritisiert Linke scharf

Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat die Linke am Tag vor der Abgeordnetenhauswahl scharf angegriffen. „Es ist eine Entscheidungs-, eine Richtungswahl zwischen zwei Parteien, zwischen denen buchstäblich Welten liegen“, sagte Evers beim CDU-Wahlkampfabschluss in Steglitz.

Die Linke dulde Judenhass, hofiere Polizistenhass und wolle den Verfassungsschutz abschaffen. „Wir sind in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Linken, wirklich jede Stimme zählt.“ Radikalen Parteien falle es leicht, „das Blaue vom Himmel zu versprechen“, so der Finanz- und Kultursenator.

16.30 Uhr: Linke in jüngster Umfrage vorn

Laut dem ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, liegt die Linke mit 22 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent.

Hinter den beiden Spitzenreitern folgt die AfD mit 18 Prozent. Die Grünen kommen auf 15 Prozent, die SPD auf 12 Prozent. Das BSW liegt bei 4 Prozent und könnte den Einzug ins Abgeordnetenhaus knapp verpassen – oder die Fünf-Prozent-Hürde doch noch nehmen.

16.20 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Evers lobt Spritpreis-Entlastung des Bundes

Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers hat die Pläne der Bundesregierung zur Entlastung bei den Spritpreisen als Zeichen von Handlungsfähigkeit gewertet. „Ich persönlich kann mir da noch mehr vorstellen.

Aber gut ist, dass diese Bundesregierung wieder Tritt fasst, dass sie vertrauensvoll zusammenarbeitet“, sagte Evers der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Wahlkampfabschlusses in Tempelhof. Die Berliner Koalition aus CDU und SPD habe in drei Jahren gezeigt, wie vertrauensvolle Zusammenarbeit auch unter Druck funktioniere.

Stefan Evers (2.v.r, CDU), lässt sich mit Fans beim Wahlkampfabschluss seiner Partei in Tempelhof fotografieren.

Stefan Evers (2.v.r, CDU), lässt sich mit Fans beim Wahlkampfabschluss seiner Partei in Tempelhof fotografieren.

© Jörg Carstensen/imago

Die Berlin-Wahl bezeichnete Evers als Richtungswahl: „Wir stehen kurz vor einem Fotofinish zwischen CDU und Linke.“ In den jüngsten Umfragen lag die Linke mit 20 bis 23 Prozent meist knapp vor der CDU (20 bis 21 Prozent).

16.15 Uhr: Wahlkämpfer bei Haustüreinsatz geschlagen

Zwei Wahlkämpfer der Linken sind am Freitagabend in Berlin-Charlottenburg angegriffen worden. Laut Polizei gerieten die 36-jährige Frau und der 35-jährige Mann im Aufzug eines Mehrfamilienhauses mit einer Gruppe aus zwei Männern und einer Frau in ein „Streitgespräch über Wahlwerbung“. Anschließend soll einer der Männer den Wahlkämpfer mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, bevor die Gruppe flüchtete. Die beiden Parteimitglieder waren nach Angaben der Linken im Haustürwahlkampf für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am Sonntag unterwegs. Die Ermittlungen hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen.

16 Uhr: 2,5 Millionen Menschen zu mindestens einer Wahl berechtigt

Am Sonntag wird sowohl das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt als auch die Bezirksverordnetenversammlungen. Die Landeswahlleitung rechnet mit etwa 2,5 Millionen Wahlberechtigten.

Zum einen dürfen am 20. September zum ersten Mal auch 16- und 17-Jährige bei der Abgeordnetenhauswahl ihre Stimme abgeben. Parallel gibt es außerdem Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen, bei der die Zahl der Wahlberechtigten noch etwas höher ist, weil dort auch EU-Staatsbürger mitstimmen dürfen.

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