Der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) bereitet Kürzungen im Zugverkehr zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember vor. Grund sind nach Angaben des Verbandes deutlich gestiegene Trassenpreise infolge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 19. März. Allein für 2026 entstünden dem ZVMS dadurch Mehrkosten von 5,3 Millionen Euro, die im Haushalt nicht gedeckt seien, teilte der Verkehrsverbund Mittelsachsen am Freitag in Chemnitz mit. In den Folgejahren seien ähnlich hohe Beträge zu erwarten.
Der ZVMS sieht sich nach eigener Darstellung zu dem Schritt gezwungen, weil weder der Bund noch der Freistaat Sachsen finanzielle Unterstützung signalisierten. Zudem stehe das Ergebnis einer bundesweiten Klage gegen den Trassenpreisbescheid der Bundesnetzagentur aus, der auf das EuGH-Urteil folgte. Nach Angaben des ZVMS bereiten der Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO) und der Zweckverband Vogtland (ZVV) ähnliche Schritte vor.
Der Verband betont, es werde nicht pauschal gekürzt und keine Linie komplett eingestellt. Stattdessen sollen voraussichtlich in den Weihnachts- und Sommerferien Fahrten wegfallen und schwach nachgefragte Verbindungen gestrichen werden. Die Linien RE3, RE6 und S5x bleiben nach Angaben des ZVMS unangetastet; sie ersetzten im Verbund den kaum vorhandenen Fernverkehr.
Linienliste nennt S3 montags bis freitags ohne Fahrten
Die veröffentlichte Liste geht allerdings weiter: Für die S3 nennt der ZVMS montags bis freitags den Entfall aller Fahrten, für die RB30V montags bis freitags in den Weihnachts- und Sommerferien. Auf der RB2 sollen samstags und sonntags sowie montags bis freitags in den Ferien alle Fahrten zwischen Zwickau Hauptbahnhof und Zwickau Zentrum entfallen. Die RB83 soll samstags und sonntags nur noch im Zwei-Stunden-Takt fahren.
Auf den Linien RB80, RB81, RB45 und S1 (bis Dezember 2026 RB110) soll montags bis freitags in den Ferien ein Fahrplan wie samstags und sonntags gelten; bei RB80 und RB45 entfallen zudem samstags und sonntags einzelne Fahrten. Bei der RB95 fallen täglich einzelne, bei der RB92 montags bis freitags in den Ferien mehrere Fahrten weg. Bei der C11 entfällt montags bis freitags in den Ferien und samstags der 30-Minuten-Takt; bei C11, C13 (zwischen Chemnitz und Burgstädt) und C14 fallen täglich Fahrten im Spätverkehr weg. Die C14 soll montags bis freitags in den Ferien nicht mehr zwischen Einsiedel und Thalheim, samstags nicht zwischen Technopark und Thalheim fahren.
Regionalisierungsmittel finanzieren den Schienenverkehr
Der Nahverkehr auf der Schiene wird in Deutschland vor allem über Regionalisierungsmittel finanziert, die der Bund an die Länder zahlt. In Sachsen sind vier Verkehrsverbünde Aufgabenträger; sie erhalten den Großteil dieser Mittel vom Freistaat.
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Die Mittel des ZVMS für Verträge mit Eisenbahnunternehmen bestünden hauptsächlich aus diesen Zuweisungen, so der Verband. Andere Finanzierungsquellen gebe es nicht. Der Verbund umfasst die Landkreise Zwickau und Mittelsachsen, den Erzgebirgskreis sowie die Städte Chemnitz und Zwickau.
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