Berlin-Wahl

„Die Schere geht einfach krass auseinander“: Unterwegs zwischen Alexanderplatz und Moabit

Zwei Lehrerinnen fürchten einen Rechtsruck, ein Einwanderer kritisiert Migration, andere haben das Vertrauen in die Politik verloren. Begegnungen in Berlins zentralstem Bezirk.

12 Min
Blick auf den S-Bahnhof des Alexanderplatzes und auf die Urania- Weltzeituhr (rechts).

Blick auf den S-Bahnhof des Alexanderplatzes und auf die Urania- Weltzeituhr (rechts).

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Berlin-Mitte klingt nach Zentrum, nach einem klar umrissenen Stück Hauptstadt und nach dem Berlin, das man aus den Nachrichten kennt: Bundestag, Museumsinsel, Alexanderplatz, Friedrichstraße. Tatsächlich reicht der Bezirk vom Brandenburger Tor bis tief in den Wedding, von den Ministerien an der Spree bis nach Gesundbrunnen und Moabit.

Der Stadtbezirk Berlin-Mitte aus der Vogelperspektive. Auf der rechten Bildseite die Hochhäuser in der Leipziger Straße, im Hintergrund der Fernsehturm.

Der Stadtbezirk Berlin-Mitte aus der Vogelperspektive. Auf der rechten Bildseite die Hochhäuser in der Leipziger Straße, im Hintergrund der Fernsehturm.

© Volker Hohlfeld

Fast 400.000 Menschen leben hier – beinahe doppelt so viele wie in Rostock, Halle oder Chemnitz; und trotzdem bekommt man in Gesprächen mit den Menschen weniger ein Bild von einem Bezirk als von der ganzen Stadt.

Wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September hört sich die Berliner Zeitung dort um: Wie erleben die Menschen Berlin, was hat sich aus ihrer Sicht verändert, was beschäftigt sie und was erwarten sie von der kommenden Landesregierung? Die Antworten führen vom Alexanderplatz über die Friedrichstraße bis nach Moabit.

Was sagen Münchner über Berlin?

Ein Paar aus der Nähe von München flaniert über den Alexanderplatz: Rebecca und Mirko Ebert, beide 41 Jahre alt. Er arbeitet im Erziehungswesen, sie im Kulturbereich. Ungefähr einmal im Jahr kommen die beiden nach Berlin, um Mirkos Bruder in Friedrichshain-Kreuzberg zu besuchen. „Aber auch, weil wir die Stadt sehr mögen“, sagt Mirko Ebert zur Berliner Zeitung.

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Die Berliner Landespolitik dagegen ist weit weg. Von der Abgeordnetenhauswahl bekommen die beiden vor allem das mit, was in den überregionalen Nachrichten vorkommt. Zeitung lesen sie inzwischen kaum noch. Aber dass die Linke in den Wahlumfragen regelmäßig vorne liegt, wissen sie und finden es „sympathisch“.

Und weil zwischen ihren Besuchen meist ein Jahr liegt, fallen ihnen Veränderungen auf. In den vergangenen 15 Jahren sei Berlin „sehr viel schmutziger“ geworden, sagt Rebecca Ebert. Auch deutlich mehr Graffiti nehme man wahr.

An ihrer grundsätzlichen Sympathie für die Stadt habe das jedoch nichts geändert, sie gefalle ihnen „grundsätzlich noch besser als Bayern“. Wieso dann nicht vom sogenannten Geberland in die Hauptstadt ziehen? „Unserem Kind geht es einfach ganz gut in Bayern.“

Rebecca und Mirko Ebert flanieren mit ihrem Hund über den Alexanderplatz

Rebecca und Mirko Ebert flanieren mit ihrem Hund über den Alexanderplatz

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Reisen in die Hauptstadt

Dass ausgerechnet Besucher den Zustand des öffentlichen Raums ansprechen, passt zu einem Bezirk, der stärker als jeder andere zugleich Wohnort und Reiseziel ist. 2025 wurden in Mitte rund 13,55 Millionen Übernachtungen gezählt.

Berlin insgesamt kam auf 29,4 Millionen. Damit entfiel fast jede zweite touristische Übernachtung der Hauptstadt auf Mitte. Zum Vergleich: Charlottenburg-Wilmersdorf kam als zweitstärkster Bezirk auf rund 4,4 Millionen, Friedrichshain-Kreuzberg auf rund 4,3 Millionen.

Doch Mitte ist nicht nur der Bezirk mit den meisten Touristen. Auch seine Bevölkerung unterscheidet ihn von allen anderen Teilen Berlins. Nach den jüngsten Bezirkszahlen sind 41 Prozent Deutsche ohne Migrationshintergrund, 37 Prozent besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Weitere 22 Prozent sind Deutsche mit Migrationshintergrund. Insgesamt haben damit 59 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund – der höchste Anteil unter den zwölf Berliner Bezirken.

Zentraler geht

Zentraler geht's nicht: Die Friedrichstraße mit direktem Blick auf den Fernsehturm.

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Spandauerin, die in Mitte „Unsicherheit“ empfindet

Die Berliner Zeitung trifft ebenfalls auf dem Alexanderplatz eine Frau, die in diese Statistik fällt. Sie kommt gebürtig aus Serbien, lebt seit zehn Jahren in Berlin-Spandau und ist regelmäßig in Berlin-Mitte, „um Freunde zu treffen“. Dragana Simic ist 45 Jahre alt und arbeitet als Krankenschwester. Wählen darf sie nach eigenen Angaben, und wählen gehen will sie auch. Warum?

„Ich bin selbst Ausländerin, aber es ist alles einfach schmutziger geworden“, sagt sie als erstes. Was hat Zuwanderung mit der Sauberkeit zu tun? „Es sind eben andere Kulturen. Sie haben ein anderes Verständnis von Sauberkeit“, sagt sie und glaubt, dass sich mit der neuen Landesregierung nichts ändern wird, denn der „Krieg hat alles kaputt gemacht“.

Simic bezieht sich auf den Ukraine-Russland-Konflikt und die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. „Ich komme ja aus Serbien, ich weiß, was Krieg ist“, sagt sie, bevor sie beschreibt, was sie konkret stört: Auf den Straßen seien inzwischen „zu viele zu verschiedene Menschen“ unterwegs – all das verbindet sie mit Unsicherheit und nennt den CSD-Anschlag, verübt durch einen Berliner libanesischer Herkunft, als Beispiel für das Gefühl einer Gefahr.

Zudem wird „alles immer teurer“, schwenkt sie zu ihrer Arbeit über. Die Pflege sei nicht mehr attraktiv genug, Personal fehle, die Belastung sei hoch. „Wir sind überbelastet“, sagt Simic. Gleichzeitig seien die Lebenshaltungskosten massiv gestiegen. „Das ist nicht mehr normal.“ Wie sieht das Simics Umfeld?

Wenn sie mit Freunden über Politik spricht, vermischen sich Berliner Probleme schnell mit Bundes- und Außenpolitik. Preise und Inflation seien ein Thema, doch die größte Sorge sei der Krieg. Niemand wolle, dass der „hierher kommt“, sagt sie.

Am Alexanderplatz wartet Dragana Simic auf ihre Freunde, die sich gleich treffen wird.

Am Alexanderplatz wartet Dragana Simic auf ihre Freunde, die sich gleich treffen wird.

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Wie wählen die „Mitter“ so allgemein?

Schon die ersten beiden Gespräche in Mitte zeigen, wie schwer sich der Berliner Wahlkampf auf reine Landespolitik begrenzen lässt: Auf dem Stimmzettel geht es um das Abgeordnetenhaus, in den Gesprächen auf der Straße geht es um den Zustand der Pflege, steigende Preise, Migration oder die Angst vor einer weiteren Eskalation des Krieges.

Auch die politische Lage in Mitte ist weniger eindeutig, gerade weil sehr verschiedene Kieze zum Bezirk zählen. Etwa der etwas chaotische Wedding im Kontrast zum geordneten Tiergarten. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde die Linke mit 27,1 Prozent stärkste Kraft. Die Grünen erreichten 21,7 Prozent, die SPD 15 Prozent. Die CDU kam auf 13,5 Prozent, die AfD auf 8,9 Prozent.

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zwei Jahre zuvor sah die Reihenfolge noch ganz anders aus. Im Februar 2023 lag die CDU in Mitte mit 24,2 Prozent vorn. Die Grünen erreichten 19,5 Prozent, SPD und Linke jeweils 17,6 Prozent. Die AfD kam auf 7,1 Prozent, die FDP auf 6,2 Prozent.

Die Ergebnisse zweier unterschiedlicher Wahlen dürften zeigen, wie wenig sich Mitte politisch auf ein Milieu reduzieren lässt. Und selbst diese Bezirkswerte verwischen noch erhebliche Unterschiede zwischen den Kiezen.

Sabotage der Wahlbeteiligung

Besonders sichtbar wird das bei der Wahlbeteiligung. Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg hat kurz vor der Abgeordnetenhauswahl eine eigene Kampagne gestartet, um insbesondere Menschen mit Türkei-Bezug zum Wählen zu bewegen.

Der Verband verweist dabei auf erhebliche Unterschiede innerhalb Mittes: In Wahlkreisen des alten Bezirks Mitte lag die Beteiligung bei vergangenen Wahlen demnach zwischen 64 und 68 Prozent, in Gesundbrunnen und rund um die Müllerstraße dagegen nur bei etwa 50 Prozent.

In einem Bezirk, in dem die Mehrheit der Einwohner einen Migrationshintergrund hat, stellt sich damit neben der Frage, wen die Menschen wählen, noch eine andere: Wer beteiligt sich überhaupt?

Blick auf die Altbau-Fassaden in Berlin-Mitte-Moabit

Blick auf die Altbau-Fassaden in Berlin-Mitte-Moabit

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Lehrerinnen sorgen sich um den Rechtsruck

An der Friedrichstraße geht Anne Jesse aus dem S-Bahnhof raus, als sie auf die Landtagswahlen angesprochen wird. Sie ist 41 Jahre alt, Lehrerin und lebt am Stadtrand in Pankow. „Gefährliche Zone“, nennt sie ihn. Den Wahlkampf nimmt sie auch deshalb wahr, weil ihr auf den Straßen zunehmend die Plakate der AfD auffallen. „Das finde ich schwierig“, sagt sie.

Ihre Sorge beginnt deshalb nicht bei den Landtagswahlen, sondern im Klassenzimmer. Jesse arbeitet seit 2013 als Grundschullehrerin in Berlin und hat in den vergangenen Jahren in Mitte und in Pankow gearbeitet. In dieser Zeit hat sie erlebt, wie sich die Anforderungen an Schulen verändert haben.

Ein großes Thema ist die Inklusion von Kindern mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Seit 2015 kamen verstärkt Schüler hinzu, deren Herkunftssprache nicht Deutsch ist und die teilweise mit geringen Sprachkenntnissen in den Unterricht kamen.

Jesse spricht darüber, ohne den Eindruck zu erwecken, an den Berliner Schulen sei damit alles gelungen. Im Gegenteil. „Wir sind nicht ausgebildet, alle diese Defizite aufzuholen und mitzutragen“, sagt sie. Es brauche mehr Personal und mehr Geld. Viele der Probleme seien seit Jahren bekannt und noch immer nicht gelöst, kommentiert sie die Arbeit der bisherigen Regierung.

Trotzdem hält sie den eingeschlagenen Weg grundsätzlich für richtig. Deshalb beunruhigt sie die Vorstellung, dass eine neue politische Mehrheit ihn wieder verlassen könnte. Auf Nachfrage zeigt sie wieder auf das Thema Inklusion. Die rechten Kräfte wollen diese „einfach aufheben“ und Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen „wieder stärker auf andere Schulen verteilen“.

Das wäre aus ihrer Sicht die falsche Antwort auf die Schwierigkeiten. „Es ist zumindest auf den Weg gebracht“, sagt sie. Gerade jetzt alles zurückzudrehen, hält sie für falsch.

„Zu wenig angekommen“

Die amtierende Landesregierung hat Jesse dagegen in ihrem Berufsalltag bislang wenig beschäftigt. Auf die Frage, was Schwarz-Rot in den vergangenen Jahren verändert habe, sagt sie, sie habe das Gefühl, „auch in meiner Branche ist wenig angekommen“.

Unter der Vorgängerregierung habe sie Neuerungen gesehen. Das heißt nicht, dass damals alles gut gemacht worden sei. „Aber auf jeden Fall hat man die Veränderung stärker gespürt.“ Deshalb ärgern sich Berliner wie Anne Jesse nicht über eine bestimmte, fehlende Reform, denn Jesse kann kaum eine nennen, die ihren Alltag grundlegend verändert hätte.

Anne Jesse war Lehrerin in Mitte und unterrichtet jetzt in Pankow.

Anne Jesse war Lehrerin in Mitte und unterrichtet jetzt in Pankow.

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Für die Zeit nach der Wahl hält sie ein rot-rot-grünes Bündnis für wahrscheinlich. Sie selbst steht „auf der anderen Seite der AfD“ und sieht die Partei im Kern kritisch. Ihre Erwartungen an die neue Landesregierung sind praktisch.

Sie spricht über Bildung, aber auch über Radwege, Elektromobilität und fehlende Ladesäulen. Als Mutter seien ihr Mobilitätsthemen wichtig. Bei der Bildung setzt sie nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre keine übergroßen Hoffnungen auf einen schnellen Wandel. Sie wünscht sich vor allem, dass begonnene Debatten weitergeführt werden.

Kommt die AfD an die Macht, will Marei Lutterbach Deutschland verlassen

Ein paar Meter entfernt, nahe der Humboldt-Universität, spricht eine andere Lehrerin über dieselbe Wahl. Marei Lutterbach ist 40 Jahre alt, stammt aus Hannover und lebt seit rund 15 Jahren in Berlin. Sie arbeitet an einer Grundschule im Wedding. In Mitte besucht sie einen Fortbildungskurs. Auf die Frage der Berliner Zeitung, wie sie auf den Wahlkampf blickt, antwortet sie: „Angst tatsächlich.“

Sie beobachte einen „Rechtsdruck“ und frage sich, „wo es alles hinführt“. Auch innerhalb Berlins gebe es Gegenden, die inzwischen „hellblau eingefärbt“ seien. „Wir sind ja eigentlich schon in einer Metropole“, sagt sie. Sie habe Angst vor einer „abnehmenden Vielfalt“ und davor, „dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden“. Sollte die AfD einmal an die Macht kommen, würde sie als Beamtin darüber nachdenken, Deutschland zu verlassen.

Im Schulalltag erlebt Marei die gesellschaftlichen Konflikte unmittelbar. Zuvor arbeitete sie in Lichtenberg, heute im Wedding – und zwar gern. „Ich hab mir das ausgesucht“, sagt sie. Natürlich gebe es Probleme, etwa wenn Kinder ohne Deutschkenntnisse in die Schule kämen und Lehrer nicht wüssten, wie sie das auffangen sollten. Trotzdem: „Es ist eine schöne Situation. Ich mag es.“

Sorgen macht ihr vielmehr die Entwicklung an den Schulen. „Die Schere geht einfach krass auseinander“, sagt Marei, „die soziale Schere, die Bildungsschere“. Es gebe Schulen mit einer guten Mischung unterschiedlicher Einkommens- und Bildungsschichten und andere, an denen sich bestimmte Milieus zunehmend konzentrierten.

Diese Trennung kennt sie auch als Mutter. Ihre älteste Tochter macht gerade Abitur an einem Gymnasium in Pankow, die mittlere wird voraussichtlich im Wedding zur Schule gehen. Die ältere habe sich ihre Schule im Osten der Stadt wegen des Sprachangebots ausgesucht. Marei beschreibt das Gymnasium als eher privilegiert. Genau deshalb räumt sie ein, sie hätte vermutlich selbst interveniert, wenn sie vorher gewusst hätte, „wie es da zugeht“.

Gerade diese Mischung aus beruflicher Erfahrung und privater Entscheidung zeigt, wie schwierig die Debatte um Berliner Schulen geworden ist. Marei will gesellschaftliche Vielfalt und arbeitet bewusst im Wedding. Gleichzeitig kennt sie als Mutter die Gründe, beim eigenen Kind genau hinzusehen.

Marei Lutterbach wartet vor der Humboldt-Universität auf den Beginn ihre Fortbildungskurses.

Marei Lutterbach wartet vor der Humboldt-Universität auf den Beginn ihre Fortbildungskurses.

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

Wählen, „wie ich gerade Lust habe“

Mit der S-Bahn geht es nach Moabit. An der Promenade des ehemaligen Gebäudes des Auswärtigen Amtes begegnet die Berliner Zeitung einer vollkommen anderen Haltung zum Wahlkampf. Es geht weniger um die Angst vor einer bestimmten politischen Entwicklung als um die Frage, wieviel Bedeutung Politik im eigenen Alltag überhaupt noch hat. In diesem Fall: gar keine.

Dirk Hein arbeitet in Moabit, wohnt in Reinickendorf. Sein politisches Interesse habe „stark abgenommen“. Er habe sich „dem echten Leben zugewandt und gemerkt, was eigentlich wichtig ist“ und was er „beeinflussen kann“. Die Politik gehöre nicht dazu.

Zwischen der jetzigen Landesregierung und ihren Vorgängern spüre er kaum einen Unterschied. Vieles müsse ihn auch gar nicht tangieren, sagt er, „es sei denn, ich entscheide, dass es mich tangieren soll“.

Obwohl Hein sich kaum für Politik interessiert und Nachfragen zur laufenden Abgeordnetenhauswahl mit einem Lächeln und esoterisch anmutenden Floskeln abwiegelt, will er wählen gehen. Früher habe er auch einmal strategisch gewählt. „Aber das mache ich nicht mehr.“ Heute wähle er so, wie er üblicherweise wähle. Und wie ist das? „Wie ich gerade Lust habe.“

Schließlich wird es doch etwas politisch. Hein stört, wie Politik mit Menschen umgehe, deren Ansichten nicht ins eigene Weltbild passen. Man müsse die Menschen, mit denen man in diesem Land zusammenlebe, „wirklich sehen“, statt belehrend auf sie zuzugehen und ihnen zu vermitteln: „So dürftest du eigentlich nicht denken.“

Damit werde man ihre Haltung ohnehin nicht ändern. Stattdessen müsse man akzeptieren, was ist, die Spielregeln der anderen annehmen und dann „die besten Moves“ machen, um das eigene Ziel zu erreichen. Dann verabschiedet sich Hein und geht zurück in seinen Alltag.

Dirk Hein arbeitet in Moabit und geht wählen, wenn ihm danach ist.

Dirk Hein arbeitet in Moabit und geht wählen, wenn ihm danach ist.

© Kate Schultze/Berliner Zeitung

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