Migration

Asylerstanträge in Deutschland: Rückgänge um 35 Prozent in Sachsen-Anhalt und MV

Die Asylzahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sinken deutlich. Beide Länder melden Rückgänge von rund 35 Prozent.

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Deutlich weniger Asylanträge in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern

Deutlich weniger Asylanträge in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern

© Boris Roessler/dpa

Die Zahl der Asylanträge in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist deutlich zurückgegangen. Beide Länder verzeichnen Rückgänge von rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bundesweit sinken die Zahlen kontinuierlich.

In Sachsen-Anhalt kamen im Juli 134 Schutzsuchende an. Das teilte das Innenministerium am Dienstag in Magdeburg mit. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres mit 219 Zugängen sei das ein Rückgang von fast 39 Prozent. Ähnlich niedrige Zahlen habe es zuletzt in den Vergleichsmonaten der Jahre 2011 mit 91 und 2012 mit 154 Zugängen gegeben.

Bis Ende Juli seien in diesem Jahr insgesamt 1148 Asylsuchende nach Sachsen-Anhalt gekommen, hieß es weiter. Das entspreche einem Rückgang von rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 1725 Zugängen. Gegenüber den ersten sieben Monaten des Jahres 2024 mit 2858 Zugängen seien es knapp 60 Prozent weniger.

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) sagte, Migration werde gesteuert und begrenzt. Zugleich würdigte sie, dass viele Menschen, die im Land Schutz gefunden hätten, „Verantwortung übernehmen und einen wichtigen Beitrag zu unserem Gemeinwesen leisten“.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern deutlich weniger Anträge

In Mecklenburg-Vorpommern gingen von Januar bis Juni 809 Asylerstanträge ein. Das waren rund 35 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 mit 1260 Anträgen, wie das Schweriner Innenministerium mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 2464 Anträge gewesen. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine seien in der Statistik nicht enthalten, da sie eine Aufenthaltserlaubnis erhielten.

Zu den Gründen für den Rückgang verwies das Ministerium darauf, dass eine Bewertung der Zahlen nicht zu den Aufgaben der Migrationsverwaltungen der Länder gehöre. Es scheine aber, dass insbesondere eine veränderte Situation in Herkunftsländern wie Syrien und Afghanistan sowie verschärfte Grenzkontrollen und Zurückweisungen die Hauptursachen seien.

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Bundesweit rückläufige Zahlen

Die Entwicklung in den beiden Ländern spiegelt den bundesweiten Trend. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums stellten im Juli insgesamt 4311 Menschen einen Erstantrag auf Asyl – im Juli 2024 waren es noch 8293. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 39.646 Erstanträge registriert, nach 61.336 im Vorjahreszeitraum und rund 121.000 im ersten Halbjahr 2024. Am 12. Juni war die europäische Asylreform in Kraft getreten, die unter anderem einheitliche Verfahren an den EU-Außengrenzen und beschleunigte Verfahren vorsieht. (mit dpa)

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